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Brandanschlag auf „Hamburger Morgenpost“ - Motiv unklar

Hamburg Brandanschlag auf „Hamburger Morgenpost“ - Motiv unklar

Auf das Gebäude der „Hamburger Morgenpost“ („Mopo“) ist in der Nacht zum Sonntag ein Brandanschlag verübt worden.

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Die «Morgenpost» hatte Karikaturen des Satiremagazins «Charlie Hebdo» vom Propheten Mohammed nachgedruckt.

Quelle: Christian Charisius

Hamburg. Auf das Gebäude der „Hamburger Morgenpost“ („Mopo“) ist in der Nacht zum Sonntag ein Brandanschlag verübt worden. Unbekannte warfen nach Erkenntnissen der Polizei von einem Hinterhof aus mehrere Steine und mindestens einen Brandsatz in das Archiv der Boulevardzeitung.

Da sich gegen kurz vor 2.30 Uhr keine Menschen in dem Haus aufhielten, wurde niemand verletzt. Akten und Zeitungsausgaben verbrannten aber.

Kurz nach dem Anschlag, der international auf Empörung stieß und Solidaritätsbekundungen für die Zeitung auslöste, nahm die Polizei zwei 35 und 39 Jahre alte Männer in einer S-Bahn fest, die zuvor im Bahnhof Bahrenfeld - wenige Hundert Meter vom „Mopo“-Gebäude entfernt - vor Beamten davongelaufen waren. Ob sie mit der Brandstiftung im Zusammenhang stehen, untersuche der Staatsschutz, teilte die Polizei am Sonntagmittag mit.

Die „Morgenpost“ hatte nach dem Terroranschlag in Paris islamkritische Karikaturen des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ auf ihrer Titelseite mit der Schlagzeile nachgedruckt: „So viel Freiheit muss sein!“ Es gebe derzeit keine Fakten darüber, dass der Anschlag damit in Verbindung stehe, sagte Polizeisprecherin Karina Sadowsky. „Es gibt noch keine Erkenntnisse, keine Bekennerschreiben oder andere Hinweise.“

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) äußerte sich am Rande einer Sonderkonferenz von EU-Innenministern in Paris zurückhaltend. Es sei klug, „erst Informationen zu bestätigen, wenn sie wirklich sicher sind“. Der Vorfall zeige allerdings, „dass wir Grund zur Sorge haben und zur Wachsamkeit. Und bei beidem wird es bleiben.“

Die Beschäftigten der „Hamburger Morgenpost“ sind nach den Worten von Chefredakteur Frank Niggemeier schockiert. „Wir werden jetzt weder in Panik noch in Hysterie verfallen“, sagte Niggemeier. Den Nachdruck der Karikaturen bedauerte er nicht: „Wir halten dieses Bekenntnis zur Presse- und Meinungsfreiheit nach wie vor für richtig und wichtig.“

Bürgermeister Olaf Scholz und Innensenator Michael Neumann (beide SPD) stärkten bei einem Besuch der Belegschaft den Rücken und informierten sich über die Lage. „Presse- und Meinungsfreiheit gehören zum Fundament, auf dem die Demokratie ruht. Jeder Angriff auf diese Freiheiten ist in seiner Wirkung und unabhängig von fragwürdigen Motiven ein Angriff auf die Demokratie“, erklärte Scholz, der den Beschäftigten die Unterstützung der Stadt zusicherte.

Zahlreiche Menschen - auch aus dem Ausland - sowie Hamburger Parteien, Gewerkschaften und Medien bekundeten in den sozialen Netzwerken ihre Solidarität mit dem Blatt. Die Zeitung selbst dankte im Internet für die „Rückendeckung“.



dpa

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