Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Breitband-Ausbau in MV kommt nur langsam voran

Rostock Breitband-Ausbau in MV kommt nur langsam voran

Erst bei drei von 191 Projekten aus dem Bundesprogramm floss Geld

Voriger Artikel
DAX: Schlusskurse im Späthandel am 6.10.2017 um 20:30 Uhr
Nächster Artikel
Anuga gestartet: Bio und Protein hoch im Kurs

Rostock. In Sachen schnelles Internet zeigt die Schweriner Landesregierung Ehrgeiz: An die „Spitze von Europa“ müsse Mecklenburg-Vorpommern aufschließen, wenn es um die Verlegung besonders flotter Glasfaserkabel geht, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) kürzlich bei den Haushaltsberatungen im Landtag. Beim Bundesprogramm für den Breitbandausbau zog MV 2016 mit 835 Millionen Euro besonders viele Fördermittel an Land – und legt noch 500 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt drauf.

Infrastrukturminister

Christian Pegel (SPD)

FOTO: JENS BÜTTNER/DPA

Doch der digitale Durchbruch lässt trotzdem auf sich warten. Erst bei drei von 191 in MV gestellten Anträgen floss bislang Geld – und das auch nur für „Beratungsleistungen“, wie aus einer Parlamentarischen Anfrage der Grünen im Bundestag hervorgeht. Eigentlich sollte jeder Haushalt bis 2018 mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit) die Datenautobahn nutzen können, so das Ziel des Bundesprogramms. „Die Wirklichkeit in Mecklenburg-Vorpommern sieht anders aus“, kritisiert Tabea Rößner, Sprecherin für digitale Infrastruktur der Grünen im Bundestag, die die Anfrage stellte. Statt Autobahn bleibt es vorerst für viele bei Feldweg und Schotterpiste: Derzeit stehen im Nordosten nur für 61 Prozent der Haushalte die 50 Mbit zur Verfügung, auf dem Land sogar nur für 23

Prozent. Bundesweit können durchschnittlich 36 Prozent der Landbewohner schnell durchs Internet surfen. Noch schlechter sieht es bei den zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen aus. Die gibt es in MV nur für drei Prozent aller Haushalte – bundesweit sind es 7,3 Prozent.

Die Umsetzung der einzelnen Ausbau-Projekte geht nur langsam voran. Zum Beispiel im Landkreis Vorpommern-Rügen. „Es hat sich alles ein bisschen verschoben“, sagt Kreissprecher Olaf Manzke. Neun Vorhaben gewann Vorpommern-Rügen bei der Ausschreibung des Bundes. Eigentlich sollten schon seit dem Sommer die Kabel unter die Erde kommen. Doch auch im Herbst sind noch keine Bagger in Sicht. Nur bei einem Vorhaben, das der Zweckverband Rügen koordiniert, haben die Arbeiten schon begonnen. Das Prozedere mit Ausschreibungen, Fristen und Nachprüfungen ist komplizierter als gedacht. Zurzeit werden die Verträge mit den Kabel-Firmen verhandelt. Der Zuwendungsbescheid vom Land steht noch aus, soll aber in den kommenden Tagen eintreffen, heißt es. Eine neue Prognose, wann die Bauarbeiten beginnen können, will der Landkreis nicht abgeben. Dabei ist Vorpommern-Rügen laut einer Übersicht aus dem Energieministerium der Landkreis, in dem die Projekte mit Abstand am weitesten vorangeschritten sind. Die lange Bearbeitungsdauer lasse sich nicht vermeiden, teilt die Behörde von Energieminister Christian Pegel (SPD) mit. Das Vorgehen lasse sich aufgrund vieler Vorgaben „nicht beschleunigen“. Dass noch kein Geld geflossen ist, sei normal – das geschehe erst, wenn alles fertig ist.

Um den Glasfaserausbau auf dem Lande voranzubringen, schlagen die Grünen vor, der Bund solle seine restlichen Telekom-Aktien verkaufen. Noch ist der Staat mit 17,5 Prozent direkt an dem Ex-Staatsunternehmen beteiligt. Zehn Milliarden Euro würde der Verkauf bringen. „Die bisherige Breitbandpolitik der Bundesregierung hat versagt“, sagt Rößner.

Viele Vorhaben noch im Anfangsstadium

93 Projektgebiete für den Breitbandausbau gibt es in MV, dafür wurden 191 Förderanträge bewilligt. Im Landkreis Rostock laufen die Auswahlverfahren nach der Ausschreibung, in Nordwestmecklenburg und Vorpommern-Greifswald werden die meisten Ausschreibungen noch vorbereitet. Am weitesten ist Vorpommern-Rügen: Hier wurden bereits die Zuschläge erteilt. Doch auch dieser Kreis liegt schon deutlich hinter früheren Terminankündigungen zurück.

Gerald Kleine Wördemann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Bluttat in Las Vegas
Fassungslosigkeit: Der 64 Jahre alte Schütze hatte den Ermittlern zufolge mit einer automatischen Waffe in das Publikum eines Konzertes gefeuert.

Die Bluttat von Las Vegas gehört zu den entsetzlichsten Massenmorden, die die USA je erlebt haben. Erschwinglichkeit und Menschenmassen machen die Stadt zu einem der verwundbarsten weichen Ziele der Welt. Wird hier jetzt alles anders werden?

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.