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17:50 07.02.2019
Marinesoldaten des Korvettengeschwader 1 marschieren bei der Veranstaltung zum Baustart für die K130-Korvetten durch eine Halle der Lürssen Werft in Bremen. Quelle: dpa
Bremen/Wolgast

Die deutsche Marine ist so klein wie nie: Mit 48 Einheiten ist der Inspekteur der Marine in das neue Jahr gestartet. Es soll die Talsohle sein. Damit aber die von Vizeadmiral Andreas Krause anvisierte Marke von mindestens 50 Einheiten erreicht werden kann, sollen schnell neue Schiffe und Boote in Fahrt kommen. Bei der Lürssen Werft in Bremen ist am Donnerstag deshalb mit dem Bau von fünf weiteren Korvetten der Klasse K130 begonnen worden. Ab 2022 sollen diese 90 Meter langen Neubauten zur Flotte stoßen und in Warnemünde beheimatet werden.

Das Signal zum Brennstart, dem Zerteilen der ersten Stahlplatte, gab auf der Lürssen Werft Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. „Es ist ein weiterer Meilenstein auf dem Wachstumskurs unserer Marine und unserer Bundeswehr“, sagte die Ministerin. Kurz darauf startete sie per Knopfdruck die Fertigung der ersten Blocksektionen für die KorvetteKöln“.

Die Korvette "Braunschweig" im Heimathafen Rostock-Warnemünde. Quelle: dpa

Für viele Werftarbeiter ist es aber auch ein wichtiger Meilenstein bei der Auslastung. Ganz besonders für die Schiffbauer in Wolgast und Hamburg. Bei der Peenewerft in Wolgast werden alle fünf Achterschiffe gebaut und auch ausgerüstet. Das bedeutet, dass neben dem Stahlbau auch Rohre, Aggregate und Kabel bereits in den Schiffshälften eingebaut werden. Damit hat die Werft in Vorpommern eine Grundauslastung bis über das Jahr 2020 hinaus.

Die fünf vorderen Schiffshälften bauen die Werften Lürssen in Lemwerder und German Naval Yards in Kiel, wobei drei Schiffshälften in Kiel gebaut werden. In Kiel werden gerade außerdem vier ähnliche Korvetten für Isarel gefertigt. Die Montage der Rumpfteile erfolgt dann in Hamburg bei der ebenfalls zur Lürssen-Gruppe gehörenden Werft Blohm + Voss. Dort sollen die Korvetten auch in Betrieb genommen und erprobt werden.

Stationiert werden die Neubauten in Warnemünde, wo bereits die ersten fünf Korvetten der Klasse K130 ihre Heimat haben. Der Inspekteur der Marine blickt gerade deshalb zuversichtlich in die Zukunft: „Ich bin sicher, dass wir das gemeinsame Ziel erreichen und die erste der fünf neuen Korvetten planmäßig erhalten. Mit den Namen ‚Köln’, ‚Emden’, ‚Karlsruhe’, ‚Augsburg’ und ‚Lübeck’ werden die Korvetten einer langen und stolzen Tradition folgen. Fünf weitere Korvetten werden die Marine zum richtigen Zeitpunkt spürbar entlasten. Wir freuen uns, dass es losgeht“, betonte Vizeadmiral Andreas Krause.

Für die deutschen Werften stellt dieser Auftrag ein wichtiges Stück bei der Grundauslastung dar, bevor weitere Aufträge erteilt werden. Die Marine hat inzwischen einen Investitionsbedarf von bis zu 20 Milliarden Euro angemeldet. Neue Minenjäger, Tanker, Tender, Aufklärungsschiffe, Schlepper und die Mehrzweckkampfschiffe „MKS180“ stehen in der Planung für das nächste Jahrzehnt. Außerdem besteht die Hoffnung, auch ein drittes Los mit fünf weiteren Korvetten bewilligt zu bekommen. In der Planung der Marine stand ursprünglich einmal der Ersatz der 40 Schnellboote durch 15 Korvetten.

Zwei Milliarden Auftragsvolumen

Dieses Auftragsvolumen können die deutschen Marine-Werften nur im Team in der von der Marine geforderten Zeit abarbeiten. Hierbei ist der Bau der fünf Korvetten jetzt das Paradebeispiel. „Wir freuen uns, nach einer gestrafften Planungs- und Konstruktionsphase gemeinsam mit unseren Industriepartnern Thyssenkrupp Marine Systems sowie German Naval Yards Kiel den Fertigungsprozess zu beginnen“, sagte Tim Wagner, Geschäftsführer der Lürssen Werft. Der Auftrag war nach kurzer Verhandlungsphase am 12. September 2017 durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) erteilt worden. Das Auftragsvolumen liegt für die Werften bei rund zwei Milliarden Euro für die fünf Einheiten. Hinzu kommen noch bis zu 500 Millionen Euro für Bewaffnung.

„Mit dem im Zeitplan liegenden Brennbeginn bestätigen wir heute auch unsere Strategie eines ganzheitlichen integrativen Planungs- und Fertigungsprozesses, der alle beteiligten Partner einschließlich der Vertreter der Deutschen Marine als späteren Anwender einbindet und die Auftragsabwicklung sichtbar verbessert“, so Wagner weiter. Die Konstruktionsleistungen erfolgten bereits an den Lürssen-Standorten in Bremen, Hamburg und Wolgast sowie an den ThyssenKrupp-Standorten in Emden und Hamburg. Probleme wie beim ersten Los sollen sich nicht wiederholen. Damals gab es Probleme mit Getrieben und der Belüftung im Maschinenraum.

Bei der Ausrüstung werden sich die fünf neuen Schiffe nur unwesentlich von den fünf ersten Einheiten unterscheiden. Neben neuer IT- und Radarausrüstung erhalten die neuen Korvetten auch die größeren Einsatz- und Bereitschaftsboote der Firma Fassmer aus Berne.

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