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Brexit: Wirtschaft in MV setzt auf Großbritanniens Verbleib in EU

Brexit: Wirtschaft in MV setzt auf Großbritanniens Verbleib in EU

Nordosten hat enge Handelsbeziehungen zum Vereinigten Königreich / 2015 lieferten Firmen des Landes Waren im Wert von 357 Millionen Euro auf die Insel

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Peter Volkmann, IHK Rostock

Quelle: C. Kettler

Rostock . Yes or No: Stimmen die Briten morgen für oder gegen den Austritt aus der Europäischen Union? Diese Frage stellen sich auch in Mecklenburg-Vorpommern viele Menschen.

Wichtiger Handelspartner

357 Millionen Euro betrug das Volumen der Exporte 2015 von Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern nach Großbritannien. Damit steht das Vereinigte Königreich an vierter Stelle (4,5 Prozent).

Deutschland ist für Großbritannien der wichtigste Lieferant (15,2 Prozent der Importe im Jahr 2015).

Vor allem Unternehmer, die Waren nach Großbritannien exportieren oder Güter aus dem Vereinigten Königreich einführen. Die Wirtschaft im Nordosten und die Landespolitik hoffen auf dessen Verbleib in der EU.

Komme es jedoch zum Austritt, werde es keine sofort eintretenden Veränderungen geben, heißt es bei der Industrie- und Handelskammer zu Rostock (IHK). „Die psychologische Komponente ist aber nicht zu unterschätzen“, erklärt Peter Volkmann, bei der IHK unter anderem für Handel, Außenwirtschaft und Europa zuständig. Das britische Pfund habe seit der Entscheidung, über den Brexit abzustimmen, etwa zehn Prozent seines Wertes verloren. Weitere Verluste seien vorstellbar. Dadurch würden Importe teurer werden. Ebenso durch Zölle, die zwischen EU und Großbritannien wieder eingeführt werden würden.

Auf jeden Fall bleibt das Vereinigte Königreich aber weiterhin ein wichtiges Abnehmerland für MV. „Die Briten stehen seit mehreren Jahren unter den Top 10 der Handelspartner“, betont Volkmann.

Enge Handelsbeziehungen hätten Unternehmen wie beispielsweise der Windkraftanlagenhersteller Nordex SE sowie der Düngemittelproduzent Yara Rostock.

Für MV steht Großbritannien laut Staatskanzlei in Schwerin als Exportmarkt an vierter Position (4,5 Prozent, 2015), nach den Niederlanden, Polen und Saudi-Arabien. Im Vorjahr lieferten Firmen aus dem Nordosten Waren im Wert von 357 Millionen Euro auf die Insel. MV exportierte laut IHK deutlich mehr Güter ins Vereinigte Königreich als es von dort bezog. Das Außenhandelssaldo zwischen MV und Großbritannien betrug demnach +111 Millionen Euro.

Die Top 5 der Exporte aus MV nach Großbritannien 2015 waren:

1. Weizen (47 Millionen Euro),

2. Geräte zur Elektrizitätserzeugung, Windkraftanlagen (46 Mio.),

3. Düngemittel (28 Mio.),

4. Schnittholz (20 Mio.),

5. Wasserfahrzeuge (20 Mio).

„Die Wirtschaft in MV hofft auf den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union“, sagt Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Denn das Land sei ein wichtiger Handelspartner. Ein Ausscheiden aus dem EU-Binnenmarkt könnte den Außenhandel Großbritanniens mit der EU verteuern. „Mir wäre es wichtig, dass die Briten in der EU bleiben“, sagt Glawe.

Auch bei den Importen nach MV steht Großbritannien gut da – an achter Stelle (4,6 Prozent der Einfuhren 2015). Das Importvolumen betrug 246 Millionen Euro.

Die Top 5 der Importe aus Großbritannien nach MV waren:

1. Chemische Halbwaren, die zu Produkten wie Kunststoffen weiterverarbeitet werden (58 Mio.),

2. Geräte zur Elektrizitätserzeugung (47 Mio.),

3. Erdöl und Erdgas (34 Mio.),

4. Personenkraftwagen und Wohnmobile (13 Mio.),

5. Ölfrüchte (10 Mio).

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) warnt indes davor, dass ein Austritt Großbritanniens aus der EU die Wirtschaft im Osten Deutschlands stärker treffen könnte als im Westen. Grund sei die Struktur mit eher kleineren Firmen, die sich nicht so leicht gegen Wechselkursveränderungen absichern könnten, erklärt IWH-Präsident Reint E. Gropp.

Bernhard Schmidtbauer

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