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Brüssel fürchtet Kabelchaos bei Handy-Ladegeräten

Brüssel Brüssel fürchtet Kabelchaos bei Handy-Ladegeräten

EU-Kommission will Einheits-Normen beim Akku-Laden notfalls per Gesetz erzwingen.

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Das neue Ladegerät wird das Leben der Verbraucher leichter machen, Müll reduzieren und der Wirtschaft nutzen.“ Industriekommissar Antonio Tajani

Quelle: GEORGES GOBET

Brüssel. Die EU-Kommission befürchtet neues Durcheinander bei Ladegeräten für Handys und Smartphones. Nach Angaben der Brüsseler Behörde von gestern wollen die meisten Unternehmen, die sich vor vier Jahren zur Vereinheitlichung von Ladegeräten verpflichtet haben, diese Selbstbindung nicht verlängern. Industriekommissar Antonio Tajani will daher einheitliche Ladegeräte notfalls per Gesetz erzwingen, wie aus der Behörde verlautete.

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Drei Handys, drei verschiedene Kabel.

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In Europa gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Ladegeräte für Handys und Smartphones. In manchen Fällen werden gar für verschiedene Geräte derselben Marke unterschiedliche Apparate zum Akku-Aufladen benötigt. Dies führt dazu, dass die Verbraucher für ein neues Handy häufig auch ein neues Ladegerät benötigen. Außer Aufwand und Kosten für sie ist das auch ein Umweltproblem, wenn die nicht alten Geräte auf dem Schrott landen.

Um dem entgegenzuwirken, brachte die Kommission 2009 noch unter Industriekommissar Günter Verheugen (SPD) eine Vereinheitlichung auf den Weg. Die wichtigsten Hersteller gingen eine Selbstverpflichtung für Handys mit bestimmtem technischen Standard ein. Zehn Unternehmen beteiligten sich sofort: Motorola, LGE, Samsung, RIM, Nokia, NEC, SonyEricsson, Apple, Qualcomm und Texas Instruments. Später schlossen sich weitere Hersteller an.

Das hatte nach Einschätzung der Brüsseler Behörde Erfolg. Die Ladegeräte von 90 Prozent der neuen Telefone, die Ende 2012 in den Handel kamen, seien nach einer Schätzung untereinander austauschbar. Allerdings beruft sich die Kommission auf von der Branche selbst gemeldete Zahlen und nennt Ende 2012 als Vergleichspunkt. Viele Bürger dürften ihr Gerät jedoch schon länger besitzen.

Auf jeden Fall droht neues Durcheinander. Denn die Selbstverpflichtung lief im Dezember 2012 aus. Laut Branchenverband Bitcom hat die Branche zwar im europäischen Verband Digitaleurope vereinbart, „sich mit den technischen Normen für die nächste Gerätegeneration zu beschäftigen und diese auf den neuesten Stand zu bringen“. Doch laut Kommission ist eine neue Selbstverpflichtung nicht in Sicht. Das Problem ist nach Brüsseler Angaben, dass die Firmen weiter nach technischen Lösungen etwa für kabelloses Aufladen suchen — und daher noch keinen neuen gemeinsamen Standard fixieren können oder wollen.

Brüssel will notfalls im Sinne der Verbraucher durchgreifen. Industriekommissar Tajani erwäge, per Gesetz einheitliche Ladegeräte zu erzwingen, bekräftigte die Kommission. Tajani spricht sich außerdem für eine Ausweitung aus: Ladegeräte der Zukunft müssten nicht nur Telefone, sondern auch andere Geräte wie Digitalkameras und GPS-Geräte laden können. Die Kommission bekommt dafür Rückhalt vom Europaparlament.

OZ

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