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Brüssel verhängt Millionenstrafe gegen Microsoft

Brüssel Brüssel verhängt Millionenstrafe gegen Microsoft

Microsoft hat Millionen Kunden in Europa seinen Webbrowser Internet Explorer gleichsam aufgedrängt und soll deshalb über eine halbe Milliarde Euro Strafe zahlen.

Brüssel. Der Konzern habe sich nicht voll an seine Verpflichtung von 2009 gehalten, allen Kunden eine leichte Auswahl des Webbrowsers zum Navigieren im Internet zu ermöglichen, erklärte die EU-Kommission als oberste europäische Wettbewerbsbehörde gestern in Brüssel.

Microsoft gelobte in einer ersten Reaktion, dass derartige Fehler in Zukunft nicht mehr vorkämen. Der von Bill Gates mitgegründete US-Konzern ist mit seinem Betriebssystem Windows Marktführer. Zugleich bietet er mit dem Internet Explorer einen erfolgreichen Browser zum Navigieren im Internet an. Konkurrenz kommt von Browsern wie Mozilla Firefox, Google Chrome oder Safari von Apple.

Die EU-Kommission kritisierte, dass Microsoft den Explorer an Windows koppelte. Es sei, als wenn jemand im Supermarkt nach einem Haarwaschmittel suche und nur ein einzelnes im Regal stehe, während die anderen hinten versteckt seien, hieß es 2009. So wurden die Kunden womöglich von der Wahl anderer Browser abgehalten. Damit hätte Microsoft seine Marktmacht bei Windows missbraucht, um Kunden auch noch seinen Browser aufzudrängen. Das Verfahren der EU-Kommission zu diesem Verdacht wurde im Dezember 2009 zwar eingestellt.

Microsoft wurde nicht verurteilt und musste auch keine Strafe zahlen. Das Unternehmen verpflichtete sich aber im Gegenzug, fünf Jahre lang den Kunden einen Auswahlbildschirm mit Browsern auch der Konkurrenz zur Verfügung zu stellen. Die Verpflichtung läuft erst 2014 aus. Zwischen Mai 2011 und Juli 2012 hatten aber über 15 Millionen Nutzer einer bestimmten Version von Windows 7 in der EU doch nicht diese Möglichkeit. Bei ihnen fehlte, wie Microsoft inzwischen eingeräumt hat, das Auswahlfenster. Das sei „ein schwerwiegender Verstoß, der mit entsprechenden Sanktionen belegt werden muss“, erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Die Höhe der Geldbuße von 561 Millionen Euro erklärte Almunia mit der Schwere und Dauer des Verstoßes. Als mildernder Umstand sei Microsofts Mitwirkung bei der Aufklärung gewertet worden. Microsoft bekräftigte gestern seine Darstellung, dass die fehlende Auswahl auf einen „technischen Fehler“ zurückging. „Wir haben Schritte unternommen, um unsere Software-Entwicklung und andere Prozesse zu stärken und diesen Fehler — oder jeden ähnlichen — in Zukunft zu vermeiden“, teilte der Konzern mit.

Millionenschwere Geldbußen der EU wegen Wettbewerbs-Verstößen sind nicht selten. Doch kommt es vor, dass Firmen sich mit der Kommission einigen und Zugeständnisse machen. Jetzt wird aber laut Almunia erstmals eine Firma verurteilt, weil sie eine solche Verpflichtung nicht einhielt.

Wir entschuldigen uns aufrichtig

für den Fehler.“Microsoft-Sprecher Robin Koch

OZ

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