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Wirtschaft Bündnis will das Passwort abschaffen
Nachrichten Wirtschaft Bündnis will das Passwort abschaffen
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00:06 15.02.2018
Berlin

Einige Menschen schreiben ihre Passwörter auf Zettel, andere speichern sie im Handy – doch kaum jemand schafft es, alle wichtigen Zugangsdaten für E-Mail, Konto und Onlineshops im Kopf zu behalten. Daraus folgt ein Dilemma: Entweder man verwendet überall dasselbe Kennwort und wird zur leichten Beute für Hacker. Oder man ärgert sich regelmäßig über vergessene Passwörter und erduldet die Prozeduren zur Neuausstellung.

Die deutschen Handynetzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) wollen das Problem lösen. Geht es nach den drei Konzernen, melden sich Verbraucher künftig allein mit ihrem Mobiltelefon bei gängigen Internetdiensten an. Das sogenannte Mobile Connect soll Kennwörter überflüssig machen. Und so soll das Ganze funktionieren:

Meldet sich ein Benutzer auf einer Website an, die die neue Technik unterstützt, bekommt er per SMS einen Link auf sein Mobiltelefon geschickt. Über diesen Link erlaubt er dem Netzbetreiber die verschlüsselte Übermittlung einer Referenznummer an den Portalbetreiber – und wird eingeloggt. Auf diesem Weg sollen sich auch Lieferadresse und Bankverbindung an Onlineshops übertragen lassen.

Das Verfahren soll ab Mitte des Jahres bei der Anmeldung in Onlineshops und Portalen funktionieren. Als erster großer Partner in Deutschland will die Datenplattform Verimi das Verfahren anbieten.

Dahinter stehen deutsche Konzerne wie Allianz, Daimler, Lufthansa, Deutsche Bank mit Postbank und der Kartendienst Here. Somit dürfte auch das Onlinebanking der Deutschen Bank bald das Anmelden per Handy ermöglichen. Die Netzbetreiber wollen aber noch weitere Partner gewinnen. Sie betonen, das Log-in mit dem Mobiltelefon sei unkompliziert und sicher. „Passwortdiebstahl hat riesige Dimensionen erreicht. Mit Verimi und Mobile Connect werden wir mehr Schutz und Komfort bieten“, sagt Dirk Backofen, Sicherheitsexperte bei der Deutschen Telekom.

Die Netzbetreiber und Verimi wollen mit ihrer neuen Technik auch den Vormarsch von Google und Facebook stoppen, die ebenfalls an übergreifenden Anmeldediensten arbeiten. Dieselben Ziele verfolgt auch ein zweites Projekt aus Deutschland: In der „Log-in-Allianz“ haben sich RTL, ProSieben- Sat.1 sowie Web.de und GMX zusammengetan. Der Dienst soll ebenfalls noch in diesem Jahr starten. Experten sehen Mobile Connect allerdings zurückhaltend. „Rein technisch gesehen ist das Konzept sicherer als Passwort und Benutzername“, sagt Matthias Becker, Sicherheitsexperte der Universität Hannover. Allerdings diene das zentrale System nicht zuletzt der Datensammlung durch die Anbieter. „Die beteiligten Firmen wollen ja nicht der Menschheit etwas Gutes tun, sondern haben mehr oder minder versteckte Interessen, wie gezielte Werbung, Datenaggregation und die Erstellung von Nutzerprofilen und -ratings.“ Außerdem würde der Service mit wachsendem Erfolg immer attraktiver für Hacker. Dieses Risiko sieht auch Ahmad-Reza Sadeghi, Professor an der TU Darmstadt. Da es sich um ein zentrales System handle, seien bei Schwachstellen alle Accounts eines Nutzers betroffen. Unterschiedliche Passwörter würden davor schützen.

Ch. Dernbach/ch. Wã¶lbert

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