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Bundesbank und Bafin bereiten neue Zinstief-Umfrage vor

Frankfurt/Main Bundesbank und Bafin bereiten neue Zinstief-Umfrage vor

Die anhaltenden Niedrigzinsen bringen Kreditinstitute in die Bredouille. Wie groß ist die Widerstandskraft kleinerer und mittlerer Geldhäuser? Das wollen Bundesbank und Bafin genauer wissen.

Frankfurt/Main. Bundesbank und Bafin nehmen das anhaltende Zinstief zum Anlass für eine erneute Umfrage über Belastungen bei Deutschlands Banken.

„Wir werden eine Neuauflage der Niedrigzinsumfrage aus dem Jahr 2015 durchführen“, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. „Wir wollen damit die Widerstandskraft der Banken und Sparkassen im Niedrigzinsumfeld überprüfen.“

Die Aufseher wollen wissen, welche Folgen die Minizinsen für die Geschäftsergebnisse von etwa 1500 kleineren und mittleren Kreditinstituten haben. Die Ergebnisse der neuen Umfrage auf Basis der Geschäftszahlen des Jahres 2016 sollen voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2017 veröffentlicht werden.

„Das deutsche Bankenwesen ist besonders vom Zinsergebnis abhängig, denn die Niedrigzinsphase trifft eine bankbasierte Volkswirtschaft überdurchschnittlich“, erklärte Dombret. „Aus bankaufsichtlicher Sicht ist die Tatsache, dass das Bankgeschäft aktuell und auch mit Blick in die Zukunft wenig profitabel ist, ein beträchtliches Risiko“. Die Institute müssten jetzt bei konjunkturellem Rückenwind Erträge für die Zukunft generieren, aber das passiere zu wenig. Der Bundesbank-Vorstand mahnte, die Finanzinstitute müssten unabhängiger vom reinen Zinsergebnis werden. „Es ist wichtig, Geschäftsmodelle anzupassen. Das ist aber kurzfristig nicht möglich und geht nicht von heute auf morgen.“ Im vergangenen Jahr hatten die Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) etwa 1500 kleinere und mittelgroße Institute, die sie direkt beaufsichtigen, zu den Folgen der Niedrigzinsen befragt. In verschiedenen Stressszenarien wurde untersucht, wie sich sowohl weiterhin niedrige Zinsen als auch weiter sinkende Zinsen sowie ein abrupter Zinsanstieg auswirken würden. Das Ergebnis: Die meisten Institute hätten genügend Polster, um die Herausforderungen der Minizinsen meistern zu können. Bei einigen könnte aber im schlimmsten Fall die Kapitaldecke zu dünn sein, um weitere Schocks abzufedern.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Zinstief zementiert: Der Leitzins liegt inzwischen bei null Prozent, parken Banken Geld bei der Notenbank müssen sie 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Ein Ende der extrem lockeren Geldpolitik ist nicht in Sicht.

dpa

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