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00:00 14.04.2016
Rostock

Sie sind stark umstritten: Windparks in Sichtweite der Strände von Mecklenburg-Vorpommern. Nach massiver Kritik aus der Tourismusbranche kürzte das Land 2015 die möglichen Eignungsgebiete für küstennahe Windräder um 70 Prozent. Anlagen sollten nur sechs Kilometer vor der Küste entstehen. Nun könnte ein neues Gesetz dafür sorgen, dass sich auch in den übrig gebliebenen Seegebieten keine zusätzlichen Windmühlen drehen werden. 2011 ging in diesem Bereich Baltic 1 ans Netz, der erste kommerzielle, deutsche Ostsee-Windpark.

Der Bund will im Sommer erstmals ein Gesetz für Windenergie auf See beschließen. Das Papier soll regeln, welche Projekte sich an den neuen Ausschreibungen für die Vergabe von Windparks beteiligen dürfen. Küstennahe Standorte sollen nach einer Übergangsphase ab 2025 nicht mehr berücksichtigt werden. In den Jahren davor dürfen nur noch Projekte realisiert werden, die schon genehmigt sind und bei einer Ausschreibung zum Zuge kommen. Dies könnte den geplanten Park Arcadis Ost 1 vor Rügen betreffen. Andree Iffländer vom Verband Network Windenergy kritisiert das Kontingent für die Ausschreibungen als zu klein — viele Projekte drohen auf der Strecke zu bleiben. Langfristig sollen neue Offshore-Windparks nur noch in dem Gebiet ab zwölf Seemeilen (22 Kilometer) vor der Küste entstehen, in dem das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie für die Genehmigung zuständig ist.

Ein Rückschlag für die Schweriner Landesregierung, die auf küstennahe Standorte setzt. Energieminister Christian Pegel (SPD) will das Ruder noch herumreißen. „Wir brauchen noch Anpassungen“, sagte er gestern bei der Branchenkonferenz Wind und Maritim in Rostock. Auf Bundesebene soll es noch Gespräche geben. Laut Pegel will die Industrie im Eignungsgebiet vor Warnemünde (siehe Karte) ein Testfeld für bis zu zwölf Windräder errichten. Die andere Hälfte des Gebiets soll kommerziell zur Windstromerzeugung genutzt werden.

Ex-Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) forderte bei der Konferenz mehr Rückendeckung für die Energiewende ein. „Windenergie braucht politische Verlässlichkeit“, sagte der frühere Politiker, der mehrere Jahre lang die Umweltabteilung der UN leitete. Ständig wechselnde Rahmenbedingungen wären Gift für Unternehmen, die neue Technologien entwickeln. Das gelte besonders für die kapitalintensive Windenergie. Zugleich kritisierte Töpfer die von Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgerufene Energiewende als reine „Stromerzeugungswende“. In wichtigen Bereichen wie Mobilität und Wärme herrsche Stillstand. Nach früheren Plänen der Bundesregierung sollten 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland fahren. Töpfer: „Davon sind wir sehr weit entfernt.“

Von gkw

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