Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Chinas Devisenreserven fallen unter drei Billionen US-Dollar
Nachrichten Wirtschaft Chinas Devisenreserven fallen unter drei Billionen US-Dollar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:22 07.02.2017
Ein Bankmitarbeiter in Hefei zählt Yuan-Noten: Chinas Devisenreserven sind weiter mit Abstand die größten der Welt, aber seit dem Rekord von 3,99 Billionen US-Dollar im Juni 2014 um 992 Milliarden zurückgegangen. Quelle: Yi Fan/archiv
Anzeige
Peking

Chinas Reserven an fremden Währungen sind unter die Grenze von drei Billionen US-Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren gefallen.

Wie die staatliche Devisenbehörde in Peking berichtete, ging die Summe im Januar den siebten Monat in Folge zurück und erreichte rund 2,998 Billionen US-Dollar. Der Rückgang um 12,31 Milliarden US-Dollar war etwas stärker als von Experten erwartet.

Die stetige Verringerung der Reserven wurde mit den Eingriffen am Währungsmarkt und den andauernden Kapitalabflüssen aus der zweitgrößten Volkswirtschaft begründet. Die chinesische Währung steht unter Druck, so dass die Zentralbank den Yuan gegen den US-Dollar stützt. Auch war die Nachfrage nach ausländischen Währungen wegen der Reisezeit über das chinesische Neujahrsfest höher.

Chinas Devisenreserven sind weiter mit Abstand die größten der Welt, aber seit dem Rekord von 3,99 Billionen US-Dollar im Juni 2014 um 992 Milliarden zurückgegangen. „Die gegenwärtigen Reserven sind ausreichend“, versicherte die Behörde. Es sei normal, dass die Reserven in einem komplizierten heimischen und ausländischen wirtschaftlichen Umfeld schwankten. Die Kapitalabflüsse hätten sich auch verlangsamt, wurde betont.

Die Schwäche des Yuans veranlasst Anleger und Investoren, ihr Geld aus dem Land zu ziehen, was die Währungshüter auf den Plan gerufen hat. So hat China strenge Kapitalkontrollen eingeführt. Auch die verstärkten Auslandsinvestitionen chinesischer Unternehmen werden zum Teil mit dem Druck auf den Yuan begründet.

Die chinesischen Investitionen in den USA verdreifachten sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr in den USA, während sie sich in Europa verdoppelten, wie die Anwaltsfirma Baker McKenzie berechnete. Der Zuwachs war stark, obwohl rund 30 geplante Geschäfte mit einem Wert von 74 Milliarden US-Dollar geplatzt waren.

Erstmals investierten chinesische Unternehmen mit 48 Milliarden US-Dollar (plus 189 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) mehr Geld in Nordamerika als in Europa mit 46 Milliarden US-Dollar (plus 90 Prozent). In Europa stand Deutschland an der Spitze. Nach diesen Zahlen stiegen die chinesischen Investitionen in Deutschland fast um das Zehnfache von 1,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 auf 12,1 Milliarden Dollar.

Chinas Währung ist auch ein Streitpunkt zwischen Peking und Donald Trump. Obwohl die Zentralbank in Peking versucht, den Yuan zu stärken und dafür Devisenreserven opfert, unterstellt der neue US-Präsident Peking, die Währung künstlich schwach zu halten, um chinesische Exporte in die USA billiger und damit wettbewerbsfähiger zu machen. Experten widersprechen dieser Behauptung denn auch und warnen, dass der Yuan ohne die Intervention Peking weiter fallen würde.

dpa

Mehr zum Thema

China hat Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, das Land manipuliere zugunsten von Handelsvorteilen seine Währung.

03.02.2017
Politik Trump walzt weiter - Tiraden und Richterschelte

Gerichte bremsen Donald Trump - eine frühe Warnung für den Präsidenten. Aber wird er daraus lernen? Seine Reaktion auf die Schlappen verheißt wenig Gutes.

05.02.2017

So dramatisch war noch kein Super Bowl! Tom Brady führt seine New England Patriots zur historischen Aufholjagd. In der ersten Verlängerung eines NFL-Finals holt sich der Favorit den fünften Titel - und viele Rekorde. Donald Trump ist einer der ersten Gratulanten.

06.02.2017

Die deutsche Eurovision-Song-Contest-Geschichte ist lang und mit illustren Namen gespickt: Ralph Siegel, Guildo Horn, Stefan Raab. Besonders in jüngerer Zeit lief es allerdings nicht mehr rund. Beim neuen Vorentscheid darf nun der Nachwuchs ran - ohne Namen.

07.02.2017

An klaren Worten lässt es der oberste Lobbyist deutscher Exporteure nicht mangeln. Der neue US-Präsident sei nicht nur eine Gefahr für den Welthandel, sagt der BGA-Chef - und malt ein düsteres Szenario.

07.02.2017

Trump hat den Medien den Krieg erklärt. Haben die ihn angenommen und wie verliefe er? Eine Zwischenbilanz.

07.02.2017
Anzeige