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Commerzbank-Stratege: Zinsen bleiben bis 2023 niedrig

Rostock Commerzbank-Stratege: Zinsen bleiben bis 2023 niedrig

Expertengespräch bei der OZ: Aktien besser als Sparbuch

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Thomas Pult, stellvertretender Chefredakteur, Daniela Rubbert- Göhner, Chris-Oliver Schickentanz (beide Commerzbank), Verlagsleiterin Imke Mentzendorff (v. l.).

Quelle: Foto: Gkw

Rostock. Wenn am Monatsende die Miete und alle Rechnungen bezahlt sind, bleibt oft nicht viel übrig. Manchmal aber doch: Durchschnittlich jeder zehnte Euro, den die Haushalte in Deutschland einnehmen, wird gespart. Aber wohin mit dem Geld? Unter die Matratze, aufs Tagesgeldkonto oder Aktien kaufen? Und überhaupt: „Lohnt sich sparen noch?“ Zu diesem Thema diskutierte Chris-Oliver Schickentanz, Leiter der Investmentabteilung für Privatkunden bei der Frankfurter Commerzbank, am Dienstagabend im Rostocker Pressehaus bei der Veranstaltung „OZ im Dialog“

mit dem stellvertretenden Chefredakteur Thomas Pult.

Das Sparbuch oder seine zeitgemäßere Variante, das Tagesgeldkonto, hat vorerst ausgedient. „Wer dort sein Vermögen liegen lässt, verliert Geld und muss eines Tages den Gürtel enger schnallen“, sagt Schickentanz. Mickrige, bei manchen Banken sogar negative Guthabenzinsen lassen zusammen mit der Inflation jedes kleine oder große Vermögen schrumpfen. Das dürfte noch ein paar Jahre so bleiben. Der Commerzbank-Stratege geht davon aus, dass die Europäische Zentralbank erst 2019 den Leitzins aus seinem Rekordtief von derzeit null Prozent befreit und langsam anhebt. Bei den Normalverbrauchern komme das viel später an: „Auskömmliche Zinsen gibt es in der Eurozone erst ab 2023 oder 2024“, schätzt Schickentanz.

50000 Euro würde der Investmentprofi zur Hälfte in Aktien anlegen, den Rest in Währungen, Unternehmensanleihen, offenen Immobilienfonds und „für unsichere Zeiten fünf bis zehn Prozent Gold“.

Stichwort Sicherheit: Erleben wir gerade besonders unsichere Zeiten? Das täuscht, meint Schickentanz: „Jeder glaubt, seine Zeit ist besonders unsicher.“ Was nicht immer zutrifft. Beispiel Bundestagswahl: Die schwierige Regierungsbildung danach hat auf die reale Wirtschaft keinen Einfluss. „Für internationale Großanleger ist die Wahl ein Nicht-Ereignis.“

Ganz abschwören möchte Schickentanz Sparbuch und Tagesgeldkonto aber doch nicht. Dort solle man ruhig für Notfälle „zwei bis drei Nettogehälter“ auf die hohe Kante legen. Wäre ja auch blöd, wenn das Auto kaputtgeht und kein Geld für die Reparatur da ist – weil alles fest angelegt ist.

Reich werden mit Bitcoins? Finger weg vom Internet-Geld!

Top oder Flop? Das sagt Commerzbank-Stratege Chris-Oliver Schickentanz über Anlageformen:

Aktien : Streuung ist wichtig. Das erreichen Aktienfonds und Index- Zertifikate, sogenannte ETFs. Fonds werden von Profis gemanagt, viele schneiden gut ab. ETFs bilden einen ganzen Index ab, etwa den DAX. Zurzeit besonders interessant: Pharma-Aktien.

Immobilien: Als Altersvorsorge ideal – wenn man selbst drin wohnt. Als Geldanlage gilt das nicht immer, Probleme mit Mietausfällen und Wertverlust drohen.

Anleihen : Vorsicht bei Firmenanleihen mit Zinsen von fünf Prozent. Hier ist das Verlust-Risiko hoch. Realistisch sind 1,5 bis 2 Prozent.

Festgeld: Im Internet werben ausländische Banken mit Festgeldanlagen, die hohe Renditen abwerfen. Auch hier ist Vorsicht angebracht. Unbedingt prüfen, ob die Bank Mitglied im deutschen Einlagensicherungsfonds ist.

Währungen: Bis zu zehn Prozent des Depots kann man durchaus in fremden Währungen anlegen. Vor allem dänische und norwegische Kronen entwickeln sich gut.

Bitcoin: Virtuelle Kryptowährungen wie der Bitcoin legen eine atemberaubende Kursentwicklung hin. Aber: Finger weg, das ist sehr spekulativ! Hinter dem Internet-Geld stehen keine echten wirtschaftlichen Werte.

Gold: Zertifikate statt Goldbarren kaufen, dann ist kein Safe nötig.

Oldtimer, Kunst, Wein: Alte Autos, edle Bilder und teure Tropfen sind eine Geldanlage – für Leute, die sich sehr gut auskennen und viel Zeit für ihr Hobby haben. gkw

Gerald Kleine Wördemann

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