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Nachrichten Wirtschaft Container-Hotel leuchtet auf Tourismusbörse
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12:31 09.03.2018
Funkelte schon vorher wie ein Leuchtturm: Das Container-Hotel „Dock Inn“ in Rostock-Warnemünde wurde auf der ITB in Berlin als „Leuchtturm der Tourismuswirtschaft“ in MV ausgezeichnet. Quelle: Foto: Dietmar Lilienthal

Berlin/Rostock. Radfahren, Kreuzfahrten und originelle Ideen standen gestern im Mittelpunkt der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin. MV ist in diesem Jahr Partnerland der weltweit wichtigsten Branchenmesse.

Harry Glawe, CDU Quelle: Fotos: Dpa

Leuchtturm aus Containern

Das Rostocker Container-Hotel „Dock Inn“ ist auf der ITB als ein „Leuchtturm der Tourismuswirtschaft“ in MV ausgezeichnet worden. Das Hotel beweise, dass preiswerter Urlaub nicht ohne eigene Note stattfinden müsse, erklärte gestern der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV), Stifter des Marketing-Preises.

Aus gebrauchten Überseecontainern sei ein Hotel entstanden, das sich architektonisch bestens in seinen hafennahen Standort einfüge. „Auf Junge und Junggebliebene, Aktivurlauber, aber auch Designfans und Gruppen wartet ein modernes Hotel in einer außergewöhnlichen Architektur und mit vielen Unterhaltungsmöglichkeiten“, begründete OSV-Präsident Michael Ermrich die Auszeichnung.

Der Preis, der für jedes ostdeutsche Bundesland vergeben wird, stehe für die Qualität und die Innovation in ostdeutschen Betrieben, gepaart mit regionaler Verankerung. Nur wer sich immer wieder neu auf Kundenwünsche einstelle, bestehe am Markt. Das „Dock Inn“ mit seinen 188 Betten war bereits im vergangenen Herbst mit dem Deutschen Tourismuspreis ausgezeichnet worden. Die einzelnen

Container könnten unterschiedlich aufgeteilt werden, so dass sich Zimmer und Suiten den Bedürfnissen der Kunden anpassen.

Radfahren in MV

Unter den beliebtesten Radfahr-Regionen Deutschlands belegt MV weiterhin nur den siebten Platz. Das geht aus der Radreiseanalyse des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) hervor, der gestern auf der ITB vorgestellt wurde. Vor einigen Jahren war MV noch Spitzenreiter. Favorit bei den Radlern ist wie im Vorjahr Bayern vor dem Münsterland und Nordrhein-Westfalen. Bei den beliebtesten Radwegen fiel MV sogar zurück: Der Ostseeküsten-Radweg von Flensburg nach Usedom, der als einziger unter den Top Ten großteils durch MV führt, sackte von Platz 4 auf Platz 8 ab. Der Elberadweg bleibt auf Platz 1, vor Weser- und Ruhrtal-Radweg.

Kreuzfahrt-Boom hält an

2,2 Millionen Urlauber aus Deutschland unternahmen 2017 eine Hochseekreuzfahrt. Das bedeutet ein Wachstum von 8,4 Prozent. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der deutschen Kreuzfahrtgäste fast verdreifacht. Beliebteste Ziele 2017 waren Nordeuropa (28,1 Prozent) und der Mittelmeerraum (25,7). Dahinter folgen die Karibik (10,9), die Kanaren (9) und die Ostsee (7,3). Auch Flusskreuzfahrten waren 2017 bei den Deutschen so beliebt wie nie zuvor: Rund 470400 Passagiere bedeuteten ein Plus von acht Prozent. Das teilten der Deutsche Reiseverband (DRV) und die Branchenvereinigung IG River Cruise auf der ITB mit. Der bisherige Rekord stammte aus dem Jahr 2011. Beliebtestes Reiseziel der Deutschen war die Donau (38 Prozent), vor dem Rhein mit seinen Nebenflüssen (31,5 Prozent).

Insgesamt waren 2017 rund 1,42 Millionen Passagiere mit Kreuzfahrtschiffen auf den europäischen Flüssen unterwegs, die Mehrzahl davon (38 Prozent) waren US-Amerikaner und Kanadier. Nur jeder siebte Gast auf den Flussschiffen war jünger als 55 Jahre.

Felix Eichhorn, Chef der Rostocker Reederei Aida Cruises und Vorsitzender des Ausschusses Schiff im Deutschen Reiseverband, meinte: „Kreuzfahrten haben nach wie vor ein sehr starkes Wachstumspotenzial.“ Neue Schiffe, die Aida auf den Markt bringe, würden sehr gut angenommen. „Mit 2,2 Millionen Kreuzfahrt-Gästen sind wir angesichts von 70 Millionen Urlaubsreisen in Deutschland nach wie vor ein Nischenprodukt“, so der Aida-Chef.

Der Umweltverband Nabu kritisiert das Wachstum: „Die Erfolgsmeldungen der Branche dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier ein riesiges Abgasproblem auf die Hafenstädte zukommt“, sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller und forderte ein Hafen-Einfahrverbot für die dreckigsten Schiffe.

GroKo-Zank: Dame schlägt Turm

In der Landesregierung knirscht es. Auf der Internationalen Tourismusbörse lächelt derzeit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in jede Kamera. Ganz so geplant sei dies nicht gewesen, ist zu hören. Kurzfristig habe sich die Chefin auf das Thema gesetzt – und damit Tourismusminister Harry Glawe (CDU) ausgebootet.

Schwesig statt Glawe tauchte auf der Eröffnungskonferenz der ITB auf; bei weiteren Terminen habe sie ihn – nett formuliert – strahlend beschattet. In der CDU wittert mancher kalkulierte Machtdemonstration; dies sei ein „mehr als unfreundlicher Akt“.

Hoppla, Harmonie klingt anders. Pragmatiker deuten dagegen: Dass eine Regierungschefin das Bundesland vertritt, sei doch wohl normal. Ober sticht Unter. Dame schlägt Turm. Am Ende ist es wohl doch eine ganz normale Machtfrage. Man stelle sich vor, ein – pardon! – älterer Herr mit Bauch und Bart wäre für die Welt das Gesicht MVs.fp

Axel Büssem und Joachim Mangler

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