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Cromme auch bei Siemens unter Druck: „Er ist beschädigt“

München Cromme auch bei Siemens unter Druck: „Er ist beschädigt“

Der Rückzug von Gerhard Cromme bei ThyssenKrupp hat auch in München viel Staub aufgewirbelt. Viele fragen sich, wie lange sich Cromme als Siemens-Chefaufseher noch halten kann.

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Bleibt Gerhard Cromme an der Spitze des Siemens-Kontrollgremiums? Foto: Rolf Vennenbernd

München. Auch mögliche Nachfolger werden bereits gehandelt.

Wenige Tage nach der Rücktrittsankündigung Crommes als Chefkontrolleur von ThyssenKrupp wird die Frage lauter, wie lange der 70-Jährige noch an der Spitze des Siemens-Kontrollgremiums stehen kann. Offiziell bleibt man bei dem Elektrokonzern zwar dabei, dass an Cromme nicht gerüttelt wird. „Bei uns gibt es keine Veränderungen im Aufsichtsrat. Der steht“, heißt es vom Unternehmen. Doch schon sind mögliche Nachfolger für den einst so mächtigen Industrieführer im Gespräch.

Siemens hat keine vergleichbaren Probleme wie der krisengebeutelte Stahlriese an der Ruhr. Dennoch warten auch in München schwierige Herausforderungen auf Führungsmannschaft und Kontrolleure - von der Umsetzung des Milliarden-Sparprogramms in einem schwierigeren Umfeld über die verspätete Auslieferung von ICE-Zügen bis hin zu den Problemen beim Anschluss von Nordsee-Windparks. „Dafür bräuchte es einen unangefochtenen, durchsetzungsfähigen und tatkräftigen Aufsichtsratsvorsitzenden“, sagt Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Nach Kartellverstößen, Korruptionsfällen und dem Milliarden-Debakel um amerikanische Stahlwerke bei ThyssenKrupp aber habe auch Crommes Image gelitten. „Er ist zumindest beschädigt“, meint Bergdolt.

Dabei war es Cromme, der bei Siemens die Aufarbeitung des milliardenschweren Korruptionsskandals maßgeblich vorantrieb und so auch mit dafür sorgte, dass der Konzern von noch schlimmeren Folgen verschont blieb - allen voran vom Ausschluss von Aufträgen in den USA. Auf der Siemens-Hauptversammlung im Januar war der 70-Jährige denn auch mit gut 90 Prozent für weitere fünf Jahre in seinem Amt als Chefaufseher bestätigt worden. Möglich wurde dies durch eine Satzungsänderung, mit der die Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder aufgeweicht wurde. Aktionärsvertreter warfen Cromme deshalb vor, die Chance für einen Generationswechsel verpasst zu haben.

Auf dem nächsten Siemens-Aktionärstreffen könnte der Gegenwind für Cromme aber stärker werden. Offen fordern seinen Rückzug bei dem Elektrokonzern bisher nur die Siemens-Belegschaftsaktionäre. „Auch Siemens braucht einen Neuanfang - ohne Herrn Cromme“, erklärte ihr Verein am Wochenende in München. So habe Cromme Siemens mit dem Abwerben von Heinrich Hiesinger geschadet, der mittlerweile ThyssenKrupp als Vorstandschef führt.

Während die Nachfolgedebatte bei ThyssenKrupp bereits in vollem Gange ist, werden auch für den Siemens-Chefaufseherposten erste Namen gehandelt. Im Fokus stehen dabei der Siemens-Vize-Aufsichtsratsvorsitzende Josef Ackermann und Linde-Chef Wolfgang Reitzle, der im kommenden Jahr den Vorstandsvorsitz bei dem Industriegase-Konzern abgibt. Zu seiner persönlichen Zukunft hält sich Reitzle derzeit noch bedeckt. Bei Linde kann der 64-Jährige eine glänzende Bilanz vorweisen, erst in der vergangenen Woche verkündete er das dritte Rekordjahr in Folge. Schon in der Vergangenheit war Reitzle immer wieder als möglicher Chefaufseher für Siemens im Gespräch. Bei seinem eigenen Unternehmen verhindert ein Gesetz einen direkten Wechsel auf einen Aufseherposten.

dpa

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