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Nachrichten Wirtschaft Cyberattacken gehören in Unternehmen zum Alltag
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08:20 28.11.2018
Mit wachsendem Einsatz von IT-Technik steigt auch die Gefahr von Hackerattacken. Quelle: dpa
Berlin

Virtuelle Attacken gehören für einen großen Teil der mittleren und großen Unternehmen inzwischen zum Tagesgeschäft. Das ergab eine aktuelle Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach und der Wirtschaftsprüfungsagentur Deloitte zu den Themen Digitalisierung und Cyber-Sicherheit. Befragt wurden Entscheider aus Wirtschaft und Politik.

Etwa die Hälfte der befragten Führungskräfte gab an, täglich bis wöchentlich attackiert zu werden. Insgesamt waren 93 Prozent der mittleren und großen Unternehmen bereits IT-Angriffen ausgesetzt.

Unternehmen zweifeln an wirksamen Schutzmöglichkeiten

Obwohl sich die Angriffe häufen, sind sich 68 Prozent der Entscheider aus Unternehmen sicher, dass es derzeit keinen wirksamen Schutz gegen Cyberangriffe gibt. Dagegen stehen 60 Prozent der befragten Abgeordneten, die denken, dass sich Computersysteme durchaus wirksam gegen Hackerangriffe schützen lassen.

An diesen Zahlen zeigt sich eine Problematik der stetig wachsenden intelligenten Vernetzung von Maschinen und Abläufen in der Industrie, auch bekannt als Industrie 4.0: „Die Führungskräfte zeigen sich in mancher Hinsicht erstaunlich ahnungslos“, sagt Wirnsperger. Es brauche einen intensiven Dialog zwischen Wirtschaft und Staat, um den Schutz vor Hackerangriffen nachhaltig zu verbessern.

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Staatliches Warnsystem soll Schutz vor Cyberangriffen erhöhen

Die befragten Unternehmen wünschen sich mehr staatliche Unterstützung im Kampf gegen Cyberangriffe, genauer gesagt 56 Prozent. Gleichzeitig bezweifeln jedoch 67 Prozent die staatliche Kompetenz in diesem Bereich. „Hier besteht konkreter Handlungsbedarf, um die Weichen für eine Digitalisierung der Wirtschaft erfolgreich zu stellen“, sagt Katrin Rohmann, Leiterin der Government & Public Services bei Deloitte. 74 Prozent der Befragten stellen sich ein staatliches Warnsystem für Cyberangriffe vor. 67 Prozent wünschen sich mehr Informationen über neue IT-Risiken und Schutzmöglichkeiten.

Künstliche Intelligenz lässt auf sich warten

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Industrie 4.0 ist zwar längst in Deutschland angekommen, allerdings werden nicht alle Faktoren so genutzt, wie es in anderen Teilen der Welt der Fall ist. So ist bei 25 Prozent der befragten Unternehmen Big Data, also die Analyse von großen Datenmengen, ein zentrales Thema. 13 Prozent arbeiten daran und 15 Prozent wollen sich in Zukunft damit beschäftigen. Das Thema Künstliche Intelligenz ist dagegen für 62 Prozent der befragten Unternehmensführer im Moment nicht relevant. Insgesamt beschäftigen sich nur 38 Prozent der Führungskräfte intensiv mit der intelligenten Vernetzung von Arbeitsabläufen.

Fake News werden als zweitgrößte Gefahr gesehen

Immer größere Datenmengen und die steigende Vernetzung von Produktionsanlagen und Büroanwendungen führen auch zu mehr Angriffen innerhalb der digitalen Welt. Da sind sich Unternehmensführer mit 83 Prozent und Abgeordnete mit 75 Prozent beinahe einig.

Die größte Gefahr wird dabei in Computerviren und Schadsoftware gesehen. Diese Ansicht ist in den vergangenen fünf Jahren unter den Führungskräften von 57 auf 77 Prozent gestiegen. An zweiter Stelle steht die Manipulation der öffentlichen Meinung durch die sogenannten Fake News mit 75 Prozent. Zumindest sehen das die Top-Entscheider in der aktuellen Studie so. Im vergangenen Jahr seien die Meinungsforscher laut Wirnsperger für die Frage nach Fake News als Risiko noch belächelt worden.

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Gegenangriffe? Nicht mit uns, sagen SPD, Linke und Grüne

Am Ende drehten die Meinungsforscher den Spieß rum: Sollte Deutschland selbst in der Lage sein, Cyber-Angriffe durchzuführen? Hier spalten sich die Meinungen in Wirtschaft und Politik. 76 Prozent der befragten Führungskräfte befürworten die Vorstellung. Auf politischer Seite ist das Meinungsbild breitgefächert: Befragte Abgeordnete von CDU/CSU und der FDP stimmen den Unternehmern mit ebenfalls 76 Prozent zu. Politiker von SPD, Linke und Grüne sind zu 83 Prozent gegen potenzielle Cyberangriffe durch Deutschland.

Wenn es um die Frage geht, wer im Falle eines Angriffs zurückschlagen soll, sind sich Abgeordnete und Führungskräfte einig: 50 Prozent der Politiker und 46 Prozent der Unternehmer sehen da den Staat in der Pflicht. Nur 4 beziehungsweise 5 Prozent sagen, dass das Unternehmen selbst gegen die Hacker vorgehen sollte.

Von Lisa-Marie Leuteritz/RND

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