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Das Mini-Ich aus dem 3D-Drucker

Rostock Das Mini-Ich aus dem 3D-Drucker

Mit High-Tech fertigen die Zwillinge Tino und Toni Weidt fotorealistische Nachbildungen ihrer Kunden an

Rostock. Ob Baby, Kätzchen, Braut oder Zwei-Meter-Mann – Tino und Toni Weidt kriegen sie alle klein. Die Zwillinge sind die Chefs von 3DYourBody. Das Berliner Start-up verwandelt mit modernster Scan- und Drucktechnologie Mensch und Tier in Mini-Figuren. Seit kurzem hat die Firma einen Store in Rostock, der Geburtsstadt der Brüder. Hier werden Kunden so geklont, dass sie sich hinterher buchstäblich selbst in die Tasche stecken können. „Die 3D-Figur ist das Selfie der Zukunft“, sagt Tino Weidt. Die Idee, damit Geschäfte zu machen, hatte er schon vor sieben Jahren, als 3D-Druck in Deutschland quasi noch in den Kinderschuhen steckte. Das Unternehmen gründete er zusammen mit Bruder Toni und Kumpel Viet Huang aber erst 2014. Da waren schon eine Handvoll Mitbewerber am Markt. Heute haben auch Elektronikketten den Service im Portfolio. Doch solche Konkurrenz scheut das 3DYourBody-Trio nicht. Denn während andere Anbieter Kunden mit Kameras abfotografieren, nutzen die Jungunternehmer High-Tech-Laser. Binnen weniger Sekunden fahren kleine Lichtimpulse den Körper ihrer Kunden ab und erfassen jedes Detail. Vorteil: Schon wenige Minuten nach dem Scan kann sich der Kunde seinen digitalen Zwilling auf dem Computer anschauen. Gefällt die Pose nicht, geht’s zurück in die Kabine für einen neuen Versuch. „Wir sind die einzigen am Markt, die diese Technik nutzen“, sagt Tino Weidt stolz. Der Laser sei völlig ungefährlich.

Gabriele und Milan Ensinger wollen es ausprobieren. Die Berliner schicken ihren Liebling, Hund Uffe Fiete Hansen, in den Body-Scanner. Die Kabine ist etwa doppelt so groß wie eine Telefonzelle. In der Mitte steht ein Podest. Uffe macht es sich darauf bequem. Allein stillhalten will er aber nicht. Deshalb dürfen Herrchen und Frauchen mit in die Kabine. All das, was die Laser von ihnen abscannen, später aber nicht Teil des 3D-Modells sein soll, wird im Nachhinein am Computer retouchiert. Das klappt auch umgekehrt: Auf Wunsch verpassen Grafiker bei der Scan-Nachbearbeitung dem Kunden modische Accessoires, kaschieren Problemzönchen oder verleihen den Mini-Ichs sogar Flügel.

Nach drei Scans ist Uffes digitaler Zwilling im Kasten und genauso süß wie das Original. „Jetzt haben wir dich auf ewig bei uns“, seufzt Gabriele Ensinger glücklich. Bis sie den Mini-Uffe in Händen halten kann, muss sie sich aber zwei Wochen gedulden. Zunächst muss die 3D-Datei nach Berlin. In der Firmenzentrale steht das Gerät, das aus den Daten eine handfeste Figur formt: Der 3D-Farbdrucker baut den Hundezwilling Schicht für Schicht aus Polymergips auf.

Solche fotorealistischen Nachbildungen sind nicht ganz billig. Je nach Wunschgröße muss der Kunde zwischen 99 und 599 Euro pro Figur hinblättern. „Die Nachbearbeitung ist sehr aufwändig“, erklärt Tino Weidt. Dafür zahlen seine Kunden offenbar gern. Mehr als 2500 Menschen und Tiere haben der 31-Jährige und seine Mitstreiter schon geschrumpft. Erst vor wenigen Tagen scannten sie sogar eine 130-köpfige Hochzeitsgesellschaft ab. Solche Aufträge sind kein Problem, der Bodyscanner ist mobil.

Brautpaare, Familien, Haustierhalter – das sind die Hauptzielgruppen von 3DYourBody. Neben Rostock und Berlin hat die Firma mittlerweile auch einen Laden in Dresden. Dabei soll es nicht bleiben. „Wir wollen die Nummer eins in Deutschland werden“, sagt Tino Weidt.

Antje Bernstein

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