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Das erste Auto, das ganz von allein fährt

Frankfurt/Main Das erste Auto, das ganz von allein fährt

Daimler stellt ein computergesteuertes Fahrzeug auf der IAA vor. Das vernetzte Auto ist Top-Thema bei der Frankfurter Messe.

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Geht auch ohne Fahrer: Ein Mercedes S 500 Intelligent Drive im Test.

Quelle: dpa

Frankfurt. Das heißeste Gerücht aus der Welt der vernetzten Autos kam rechtzeitig zur wichtigsten Automesse des Jahres. Google gehe die Geduld mit der Autoindustrie aus und der Internet-Riese entwickele einen komplett eigenen selbstfahrenden Wagen, schrieb der amerikanische Journalist Amir Efrati im Vorfeld der IAA 2013. Der Konzern könne sich vor allem „Robo-Taxis“

vorstellen, die Fahrgäste automatisch durch die Stadt kutschieren.

Die Vernetzung des Automobils ist neben dem Elektroauto Topthema auf der diesjährigen IAA. Fahrzeuge sollen künftig mit ihrer Umwelt kommunizieren, den Fahrer intelligent durch den Verkehr lotsen und frühzeitig vor Gefahren warnen. Auch arbeitet die Industrie an Technologien, die dem Fahrer das Fahren künftig komplett abnehmen. Mit Hilfe von Karlsruher Forschern legte ein von der Daimler AG entwickeltes computergesteuertes Fahrzeug jetzt die Strecke von Mannheim nach Pforzheim zurück. Mit Kameras und Sensoren kann sich der Mercedes-Benz S 500 selbstständig in den fließenden Verkehr einfädeln, Kreuzungen sicher überqueren und Hindernisse erkennen. Dass das System funktioniert, hat die Testfahrt bewiesen. Das autonome Fahrzeug fuhr die Strecke nach, die Bertha Benz vor 125 Jahren für die historische erste Langstrecken-Autofahrt wählte. Daimler stellt das Fahrzeug in dieser Woche auf der IAA in Frankfurt vor. Das intelligente Luxusauto legte bei dem Test autonom eine Route zurück, die über rund 100 Kilometer auf Bundes- und Landstraßen durch insgesamt 24 Städte und Ortschaften von Mannheim nach Pforzheim führte. Die Testfahrten blieben von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, denn äußerlich ist das Forschungsfahrzeug nicht von einem Serienfahrzeug zu unterscheiden.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht mit dem intelligenten Auto einen „Milliardenmarkt“ entstehen. Bis das Auto aber tatsächlich alleine fährt, werden noch Jahre vergehen, glaubt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Bei der Vernetzung des Autos steht die Branche heute noch eher am Anfang, sagt Dudenhöffer. Bislang gebe es nur ein Sammelsurium „von einzelnen Fahrassistenzsystemen“ und Apps für die Auto-Bordsysteme, „die jedes Smartphone bietet“. Es werde noch dauern, bis intelligente Verkehrsleitsysteme Autofahrern das Fahren tatsächlich abnehmen. Dennoch sind einige Vernetzungstechnologien schon Realität. Der Oberklasse-Hersteller BMW etwa verkauft entsprechende Ausstattung unter dem Namen „ConnectedDrive“. Ab Jahresende will BMW einen Parkassistenten in vielen Modellen verfügbar machen, der Autos vollautomatisch einparkt.

Auch Opel arbeitet an der Vernetzung. Zusammen mit Apple passte Opel die SmartphoneSprachsteuerung Siri so an, dass Fahrer ihre iPhones während der Fahrt über die Bordsysteme steuern können, ohne die Geräte in die Hand nehmen zu müssen.

 

Martin Achter

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