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Dax-Chefs verdienen im Schnitt satte fünf Millionen Euro

Frankfurt/Main Dax-Chefs verdienen im Schnitt satte fünf Millionen Euro

Schwarz-Gelb: Künftig sollen Aktionäre das klärende Wort bei der Vergütung sprechen.

Frankfurt. Millionengehälter deutscher Konzernchefs erhitzen regelmäßig die Gemüter in Deutschland. Mehr als 5 Millionen Euro verdienten die Chefs der Dax-Konzerne einer Studie zufolge im Schnitt im vergangenen Jahr. VW-Chef Martin Winterkorn erhielt 14,5 Millionen und führt damit die Tabelle an. Nach dem Willen von Schwarz-Gelb sollen künftig die Aktionäre jährlich über die Höhe der Vorstandsvergütung verbindlich abstimmen und nicht mehr der Aufsichtsrat. Dadurch sollen ausufernde Managergehälter eingedämmt werden. Doch Unternehmensberater sind skeptisch.

„Die Entscheidung ist beim Aufsichtsrat gut aufgehoben“, sagt Olaf Lang vom Beratungsunternehmen Towers Watson. Hinzu kommt ein praktisches Problem: Sollte jeder neue Vorstandsvertrag von der Hauptversammlung genehmigt werden müssen, könnten die Firmen während des Jahres kaum neue Spitzenmanager bestellen. Experten von Union und FDP wollen heute erstmals über die geplante Begrenzung ausufernder Managergehälter beraten. Ein Vorschlag von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) liegt auf dem Tisch, bestätigten Koalitionskreise.

Seit 2009 können die Aktionäre deutscher Unternehmen über das System für die Vorstandsvergütung abstimmen. Das Votum ist für das Kontrollgremium aber nicht bindend. „Der Aufsichtsrat wäre allerdings schlecht beraten, sich darüber hinwegzusetzen“, allein schon wegen der negativen Wirkung in der Öffentlichkeit, so Helmuth Uder von Towers Watson. Erfahrungen in den USA und Großbritannien zeigen, dass nicht-bindende Voten der Hauptversammlung „mächtig Druck aufbauen können“. Ähnlich sieht das der Vorsitzende der Regierungskommission für gute Unternehmensführung (Corporate Governance Kodex), Klaus-Peter Müller. Er möchte die Abstimmung über Vorstandsgehälter künftig fest auf den Hauptversammlungen verankern, allerdings ohne bindendes Votum.

Problematisch ist, dass bei den Treffen der Anteilseigner nicht Kleinanleger mit ein paar Aktien das Sagen haben, sondern große Investoren wie Pensions- oder Hedgefonds. Diese könnten weiter Deals mit dem Aufsichtsrat machen.

Positiv bewertet Lang die Vorschläge zur Veränderung des Corporate Governance Kodex. So sollen künftig die einzelnen Vergütungsbestandteile — wie Grundgehalt, Boni, langfristige Anreize — in Tabellen veröffentlicht werden.

Im Vergleich zu ihren Kollegen in Europa und den USA verdienen die Dax-Chefs Towers Watson zufolge ohnehin weniger. So bekamen Unternehmenslenker von europäischen Konzernen, die im Dow Jones Stoxx 50 Europe gelistet sind, den Angaben zufolge im Schnitt 7,5 Millionen Euro. US-Topmanager erhielten durchschnittlich 13,3 Millionen Euro.

Nicht verhindern könnte die Hauptversammlung Bonus-Exzesse bei Managern, die nicht im Vorstand sitzen. So häufte ein inzwischen gefeuerter Zinsspekulant der Deutschen Bank 80 Millionen Euro Bonusansprüche für 2008 an. Zum Vergleich: Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bekam in besten Zeiten rund 14 Millionen Euro Festgehalt plus Bonus.

Friederike Marx

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