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Dax setzt Erholungskurs fort

Frankfurt/Main Dax setzt Erholungskurs fort

Der deutsche Leitindex legt nun bereits vier Tage deutlich zu. Börsianer warnen aber weiter vor allzu großer Sorglosigkeit angesichts der unklaren Folgen der Brexit-Entscheidung.

Frankfurt/Main. Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Sorgen über den Brexit weiter verflüchtigt. Der Dax legte den vierten Tag in Folge zu und übersprang zeitweise wieder die Marke von 9800 Punkten.

Mit einem Plus von 0,99 Prozent auf 9776,12 Punkten ging er in das Wochenende und machte inzwischen wieder die Hälfte seines rund zehnprozentigen Kursrutsches nach dem Brexit-Schock wett.

Analystin Claudia Windt von der Helaba sieht darin den Pragmatismus der Anleger: Bis das Thema EU-Austritt Großbritanniens tatsächlich anstehe, dürfte es dauern, „und so lange läuft es eben in gewohnter Manier weiter“. Andere sprechen von neuen Hoffnungen auf geldpolitische Unterstützung durch die Notenbanken.

Auf Wochensicht gewann der deutsche Leitindex 2,3 Prozent, hatte den Monat Juni am Donnerstag aber mit einem Verlust von fast 6 Prozent beendet. Die Halbjahresbilanz war mit einem Minus von knapp 10 Prozent noch düsterer ausgefallen.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es am Freitag um 1,32 Prozent auf 20 105,23 Punkte hoch, während der Technologiewerte-Index TecDax um 1,22 Prozent auf 1620,51 Punkte stieg.

Der EuroStoxx 50 gewann 0,64 Prozent auf 2883,06 Punkte und auch die Pariser Börse erholte sich weiter. In London hatte der FTSE 100 die Verluste durch den Brexit-Schock bereits am Vortag wieder mehr als wettgemacht und schloss nun auf dem höchsten Stand seit Mitte August 2015. In den USA gelang dem Dow Jones Industrial vor dem verlängerten Wochenende zugleich wieder zeitweise der Sprung über die 18 000 Punkte-Marke.

Rückenwind für die Börsen hätten Spekulationen über womöglich weitere Lockerungen der europäischen Geldpolitik gegeben, sagte Analyst Gregor Kuhn vom Broker IG. Dabei verwies er auf entsprechende Signale des britischen Notebank-Chefs Mark Carney am Vorabend und glaubt, dass auch die EZB handeln müsse, falls es zu Verwerfungen durch den Brexit komme. Allerdings betonte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am Freitag: „Die Notwendigkeit einer weiteren geldpolitischen Lockerung in Reaktion auf das Brexit-Votum sehe ich im Euro-Raum nicht.“

Im Dax setzten sich die Aktien von Thyssenkrupp mit plus 5,58 Prozent an die Spitze. Das Brexit-Votum bringt Medienberichten zufolge auch die Fusionspläne der europäischen Stahlsparten von Thyssenkrupp und des indischen Mischkonzerns Tata ins Stocken. Grund sei die nun wieder unklarere Zukunft der Tata-Stahlwerke in Großbritannien, schrieben „Spiegel“ und „Handelsblatt“ in Vorabmeldungen am Freitag. Thyssenkrupp wollte sich nicht zu den Berichten äußern.

Die Vorzugsaktien von Volkswagen gewannen 4,94 Prozent, hatten allerdings auch besonders deutlich unter dem Brexit-Schock gelitten. Offenbar vertraue der Autobauer auf eine rasche und einvernehmliche Lösung für alle Klagen wegen der manipulierten Diesel-Abgaswerte, sagte ein Börsianer. Am Dienstag war bei einem kalifornischen Gericht ein Vorschlag für einen Kompromiss zwischen VW und US-Klägern eingegangen, der Strafzahlungen von bis zu 14,7 Milliarden Dollar (13,3 Mrd Euro) vorsieht.

Am Rentenmarkt ging die Umlaufrendite von minus 0,21 auf minus 0,22 Prozent zurück. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 143,93 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,66 Prozent auf 166,98 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1135 (Donnerstag: 1,1102) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8981 (0,9007) Euro.

dpa

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Frankfurt/Main
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