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00:01 19.11.2016

. Die Niedrigzinsen und die Unterbringung von Flüchtlingen treiben den Bauboom in Deutschland an. In den ersten neun Monaten wurden so viele Wohnungen genehmigt wie seit 1999 nicht mehr. Vor allem mehr Wohnheime und Mehrfamilienhäuser ließen die Zahl der neu genehmigten Einheiten auf 276 297 ansteigen, wie das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden berichtete. Das waren rund 53 500 Wohnungen mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

In den Zahlen für Wohnheime sind auch Flüchtlingsunterkünfte enthalten. Die Zahl der Wohnungen in dieser vergleichsweise kleinen Kategorie stieg am stärksten um 129,6 Prozent auf 18 400.

Begünstigt wird der Bauboom auch von stark wachsenden Großstädten und der anhaltend guten Konjunktur. Aus Sicht der Branche reichen die Genehmigungen allerdings nicht, um den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum vor allem in Ballungsräumen zu decken. „Genehmigt ist noch lange nicht gebaut“, sagte Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. Im vergangenen Jahr etwa seien 313000 Genehmigungen erteilt worden – gebaut wurden „nicht einmal 250000“ Wohnungen. Viele Genehmigungen würden offenbar nur eingeholt, um die Spekulation zu befeuern, fürchtet der Verband. Das jeweilige Grundstück steige im Wert, „wann gebaut wird, steht in den Sternen“. Knipper forderte zur Ankurbelung des Wohnungsbaus eine Baulandoffensive der Kommunen, eine Durchforstung sämtlicher kostentreibender Standards sowie eine Entlastung des Baurechts von „unnötigen bürokratischen Anforderungen“.

Knipper rechnet nicht damit, dass in diesem Jahr die Marke von 300000 Fertigstellungen geknackt wird. Man sei also noch weit entfernt von dem jährlichen Baubedarf von 350 000 bis 400 000 Wohnungen.

Nach Einschätzung des Deutschen Mieterbundes müssten über Jahre hinweg jeweils rund 400 000 Wohnungen genehmigt und gebaut werden, insbesondere im klassischen Mietwohnungsbau.

Ein Grund für den Immobilienboom ist das extrem niedrige Zinsniveau. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen in der Eurozone auf das Rekordtief von null Prozent gesenkt. Baukredite sind so günstig wie seit Jahren nicht, während klassische Sparprodukte kaum noch Rendite abwerfen. Investoren flüchten daher auch in Immobilien, was die Nachfrage zusätzlich anheizt.

„Wir befürchten, dass viele Genehmigungen zunächst nur eingeholt werden, um die Spekulation zu befeuern. Das Grundstück steigt im Wert, wann gebaut wird, steht in den Sternen“, sagte Knipper.

Die Bundesbank sieht trotz teils kräftig gestiegener Preise aber noch keine gefährlichen Übertreibungen. „Obwohl die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland seit dem Jahr 2010 deutlich steigen, gibt es aktuell keine Anzeichen für eine exzessive Kreditvergabe oder eine Abschwächung der Kreditvergabestandards“, sagte die Vizepräsidentin der Notenbank, Claudia Buch, jüngst.

OZ

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