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Der Umschlag an der Warnow wächst

Rostock Der Umschlag an der Warnow wächst

Plus liegt bei fünf Prozent / Boom vor allem durch Fährverkehr / Auch andere Häfen in MV auf gutem Kurs

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Der 225 Meter lange Massengutfrachter „Yong Tai“ aus Hongkong läuft – vorbei am Warnemünder Molenkopf – in den Seehafen Rostock ein.

Quelle: Jens Büttner/dpa

Rostock. Der Güterumschlag in Rostock hat weiter zugelegt. 14,9 Millionen Tonnen gingen im ersten Halbjahr 2016 über die Kaikanten. Das teilte die Hafen-Entwicklungsgesellschaft (Hero) gestern mit. Die Bilanz bedeutet ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahrzeitraum. Mit 13,9 Millionen Tonnen wurde der Großteil der Güter im Überseehafen umgeschlagen. „Damit zählt Rostock zu den wachstumsstärksten Häfen des Ostseeraums und ist Deutschlands größter Ostseehafen“, sagte Hero-Geschäftsführer Gernot Tesch.

Das Wachstum werde vor allem durch die Fähr- und RoRo-Verbindungen angetrieben. So haben diese auf den Linien nach Dänemark, Schweden und Finnland beim Transport von Lkw ein Plus von acht Prozent erzielt. Zugenommen habe auch die Zahl des Umschlags von Trailern und Waggons. Bei den Schüttgütern legten Getreide, Raps und Düngemittel zu. Zudem wurde etwas mehr Benzin, Gas- und Heizöl sowie Rapsöl über die Kaikanten gepumpt.

Zuwächse erzielten auch die Fährreedereien Scandlines, TT-Line und Stena Line. Die Zahl der Passagiere von und nach Nordeuropa sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45000 auf 931000 gestiegen. Hero-Geschäftsführer Jens A. Scharner hob das Zusammenspiel der Hafenunternehmen, Reedereien, Speditionen und Eisenbahngesellschaften hervor. Das habe dafür gesorgt, „dass der Hafenumschlag an der Warnow weiter wächst“.

Als „Meilenstein in der Geschichte“ der Scandlines-Reederei bezeichnete Geschäftsführer Heiko Kähler die Indienststellung der Hybrid-Fähre „Berlin“ Anfang Mai auf der Strecke Rostock – Gedser. Beim Frachtvolumen verzeichnete Scandlines im ersten Halbjahr 2016 zwischen Rostock und Gedser (Dänemark) ein Plus von 11,2 Prozent, bei Pkw von 7,7 Prozent. Das „Berlin“-Schwesterschiff „Copenhagen“ soll im Spätherbst seinen Dienst aufnehmen.

Die Reedereien TT-Line und Stena Line haben die Frequenz der Fahrten zwischen Rostock und Trelleborg (Schweden) von drei auf sechs pro Tag verdoppelt. Der neue Fahrplan werde „von den Passage- und Frachtkunden gut angenommen“. Stena Line kündigte an, einige Betriebsbereiche in Rostock bündeln zu wollen. Im September sollen daher neue Büroräume im Rostocker Hafen bezogen werden.

Auch andere Häfen in MV sind auf gutem Kurs. Im vergangenen Jahr hatten die Häfen des Landes mit insgesamt knapp 40 Millionen Euro das beste Ergebnis der vergangenen 25 Jahre erzielt. Für rund 30 Millionen Euro erweitert etwa der Seehafen Wismar seine Fläche um eine 332 Meter lange Kaianlage mit Gleisanschluss und Verbindungsstraße. Das Land fördert den Bau mit knapp 22 Millionen Euro.

Der Stralsunder Seehafen konnte im ersten Halbjahr 2016 „ wiederum auf ein stabiles Geschäft“ im Bereich Massengüter verweisen“, betonte Geschäftsführer Sören Jurrat. Positive Entwicklungen habe es beim Stahl- und Metallumschlag gegeben. Gerade damit verknüpfe der Hafen eine weitere Zunahme des Umschlags. Jurrat: „Mit der Übernahme der Werften in Stralsund, Wismar und Rostock durch die Genting Group wird die angestammte Funktion Stralsunds als Logistikzentrum für die maritime Industrie und den Schiffbau einen spürbaren Impuls erfahren.“

Hero investiert in Infrastruktur

14 Millionen Euro will die Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero) in diesem Jahr investieren. 4,6 Millionen Euro sollen in die weitere Verkehrsertüchtigung fließen und knapp zehn Millionen Euro in neue Kaianlagen.

Für den Neubau von Liegeplatz 7 in Warnemünde hat die Hero den Angaben zufolge zudem die Gesamtkosten übernommen. Der Liegeplatz war von der Hansestadt Rostock bereits neu gebaut worden.

Zu den ganz neuen Hero-Projekten gehören unter anderem eine Vorstellfläche für Trailer, Vorbereitungen für eine Teilanschlussstelle zur Autobahn 19, ein zweispuriges Brückenbauwerk in den östlichen, noch nicht erschlossenen Hafenteil.

Axel Meyer

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