Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Der vorletzte Strohhalm bei P+S: Roll-Out für Dänenfrachter
Nachrichten Wirtschaft Der vorletzte Strohhalm bei P+S: Roll-Out für Dänenfrachter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 20.04.2013
Mit zwei Metern pro Minute wurde die „Ark Germania“ aus der Halle der Stralsunder P+S-Werft gerollt. Quelle: Bernd W√ºstneck
Stralsund

Auf der Stralsunder P+S-Werft schwankte die Stimmung gestern zwischen Stolz, Optimismus und Sorge. Als die 195 Meter lange „Ark Germania“ am frühen Morgen im Zeitlupentempo die Werfthalle verließ, war den rund 400 Arbeitern der Stolz auf die geleistete Arbeit anzumerken: „Das ist ein super Gefühl, so ein Spezialschiff war schon eine besondere Herausforderung“, sagt Kran- und Transportmeister Jan Kuchenbecker. Nun wird der RoRo-Frachter noch ausgerüstet und soll im Herbst an die dänische Fährreederei DFDS übergeben werden.

Am Ende der Werfthalle fliegen bereits die Funken für das nächste Projekt: Der zweite Frachter für DFDS ist schon lange in Arbeit. Es könnte nach jetzigem Stand das letzte Schiff sein, dass nach 65-jähriger Werfttradition in Stralsund gefertigt wird. Doch daran wollen die Arbeiter nicht glauben. „Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass es weitergeht“, sagt Kuchenbecker. „Die Stimmung ist gut, alle Kollegen sind hochmotiviert und keiner lässt den Kopf hängen.“ Woher der 39-Jährige seinen Optimismus nimmt, verrät er nicht. Die bekannten Fakten sprechen jedenfalls nicht dafür: Auch ein halbes Jahr nach der Insolvenz ist weit und breit kein Investor für den Stralsunder P+S-Standort in Sicht.

Aber gestern zählte erst einmal das Geleistete: „Ich bin total beeindruckt von dem Schiff und stolz auf unsere Arbeiter, die wirklich alles gegeben haben“, sagt Ulrike Bartels, Auszubildende zur Industriekauffrau. Die 24-Jährige richtet sich darauf ein, später bei P+S übernommen zu werden. Anderswo hat sie sich nicht umgesehen. „Dazu gibt es keinen Grund, ich bin sicher, dass ich hierbleiben kann.“

Zwiespältig sieht Norbert Kinzel den sogenannten Roll-Out der „Ark Germania“: „Auf der einen Seite ist es deprimierend, dass es das vorletzte Schiff sein soll, da kriege ich Gänsehaut“, sagt der 59-jährige IT-Experte. „Andererseits hoffe ich, dass potenzielle Investoren erkennen, was wir können und wir so die Kehrtwende schaffen.“

Insgesamt 84 Millionen Euro zahlt DFDS für die beiden Schiffe, die jeweils Platz für 342 Container und 185 Lkw bieten. Die Dänen wollen es vor allem im Frachtroutendienst einsetzen. Bei Bedarf können sie auch von deutschen und dänischen Streitkräften genutzt werden. Gebaut werden die Schiffe von der Stralsunder Schiffbaugesellschaft, die aus rechtlichen Gründen von der Insolvenzverwaltung damit beauftragt wurde. Geschäftsführer Reinhart Kny zeigte sich zufrieden. „Alle Parameter der Schiffe stimmen, wir liegen voll im Zeitplan.“ 2012 hatte die Reederei Scandlines zwei Fähren von P+S nicht abgenommen, weil sie schwerer waren als bestellt. Diesmal sei der Kunde mit der Qualität zufrieden, sagt Kny — ein weiterer Pluspunkt für künftige Investoren. „Wir müssen nach außen zeigen, dass die Werft noch lebt.“

• Bildergalerie:

www.ostsee-zeitung.de

Axel Büssem

Fluggäste der Lufthansa müssen am kommenden Montag schon wieder mit massiven Verspätungen und Hunderten Flugausfällen rechnen. Die Gewerkschaft Verdi hat das Bodenpersonal der Fluggesellschaft zu einem ganztägigen und nahezu flächendeckenden Warnstreik aufgerufen.

20.04.2013

Schlechte Zahlen, maue Aussichten, keine Dividende — die Geduld vieler Aktionäre mit der Commerzbank ist am Ende. Die Anteilseigner haben die Hauptversammlung in Frankfurt gestern zu einer Generalabrechnung mit dem Management um Konzernchef Martin Blessing genutzt.

20.04.2013

Frankfurt/Main (dpa) – Die Commerzbank-Hauptversammlung hat den Weg für den allmählichen Ausstieg des Staates aus dem Dax-Konzern freigemacht. Die Aktionäre billigten die Pläne für eine erneute Kapitalerhöhung, wie das Frankfurter Institut am Abend mitteilte.

20.04.2013