Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Deutsche Bahn will Milliarden von Kartellsündern eintreiben

Schadenersatz Deutsche Bahn will Milliarden von Kartellsündern eintreiben

Der Bahnriese hat eine eigene Sondereinheit zur Verfolgung von Schadenersatzansprüchen bei verbotenen Preisabsprachen von Lieferanten. In den vergangenen Jahren verschaffte sie dem Konzern schon Entschädigungen von rund 400 Millionen Euro. Mehr soll folgen.

Voriger Artikel
EU-Währungskommissar bemüht sich um Einigung mit Athen
Nächster Artikel
Wohin steuert die US-Geldpolitik?

Das spiegelverkehrte Logo der Deutschen Bahn an der Glasfassade des Hauptbahnhofes in Berlin.

Quelle: Soeren Stache

Berlin. Nach der Aufdeckung verbotener Preisabsprachen durch die Wettbewerbsbehörden hat die Deutsche Bahn von Kartellsündern bereits rund 400 Millionen Euro an Schadenersatz eingetrieben. Doch damit ist der Konzern noch lange nicht zufrieden.

„Weitere Schadenersatzforderungen im Milliardenbereich stehen noch aus“, sagte der Leiter Kartellrecht des Bahnriesen, Tilman Makatsch, der Deutschen Presse-Agentur.

Der Hintergrund: Das Bundeskartellamt und die EU-Kommission haben in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Kartellen aufgedeckt. Verbotene Preisabsprachen gab es demnach unter anderem bei Schienen, Lastwagen, Luftfracht, Süßwaren und Bier. In vielen dieser Fälle sieht sich auch die Bahn geschädigt.

Denn der Konzern ist mit einem Einkaufsvolumen von mehr als 25 Milliarden Euro im Jahr und mehr als 40.000 Lieferanten einer der größten Einkäufer in der Bundesrepublik. „Wir gehen deshalb davon aus, dass die Bahn mittelbar oder unmittelbar von jedem dritten Kartell betroffen ist“, betonte Makatsch.

Der Bahnriese hat deshalb schon seit Jahren eine sechsköpfige Sondereinheit eingerichtet, um in derartigen Fällen mit Nachdruck Schadenersatzforderungen geltend zu machen. Demnächst soll sie noch um zwei weitere Mitarbeiter aufgestockt werden.

„Derzeit befinden wir uns mit 20 Unternehmen in außergerichtlichen Vergleichsverhandlungen. Insgesamt 28 kartellbeteiligte Lieferanten mussten wir bisher verklagen“, sagte Makatsch. Dabei reiche das Spektrum vom Schienenkartell über Luftfracht, Aufzüge, Spannstahl und Kreditkarten bis zum Bier für die Speisewagen. In 40 weiteren Fällen werde derzeit noch geprüft, ob der Bahn ein Schaden entstanden sei. In mehr als 25 Fällen kam es bereits zu einem Vergleich mit den Lieferanten, was rund 400 Millionen Euro an Schadenersatz bedeutete.

Ein Ende seiner lukrativen Tätigkeit für die Bahn sieht der Kartellexperte vorläufig nicht. „Allein mit den Fällen, die wir derzeit auf dem Tisch haben, werden wir in den nächsten zehn Jahren noch gut beschäftigt sein“, betonte Makatsch. Und ständig gebe es weitere Fälle. „Wir sind gerade dabei, vier neue Klagen vorzubereiten“, berichtete er.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Sturmtief «Egon» machte Ärger
Die Bahn definiert Züge noch als pünktlich, die weniger als sechs Minuten Verspätung haben.

Die Deutsche Bahn hat ihre Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr zu Jahresbeginn bei über 80 Prozent gehalten.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.