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Deutsche Bank verdient zu Jahresbeginn deutlich mehr

Quartalsbericht Deutsche Bank verdient zu Jahresbeginn deutlich mehr

Nach zwei Verlustjahren will die Deutsche Bank wieder Gewinn machen. Der Jahresauftakt war schon einmal vielversprechend. Alle Baustellen hat das Geldhaus aber noch nicht abgearbeitet.

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Als Grundlage für neues Wachstum hat sich die Deutsche Bank acht Milliarden Euro frisches Kapital bei Investoren besorgt.

Quelle: Andreas Arnold

Frankfurt/Main. Mit einem Gewinnsprung im ersten Quartal hat die Deutsche Bank den Grundstein für die Rückkehr in die schwarzen Zahlen im laufenden Jahr gelegt.

Deutschlands größtes Geldhaus könne „mit einer guten Portion Optimismus in das weitere Geschäftsjahr schauen“, bilanzierte Konzernchef John Cryan.

„Wir kommen beim Umbau der Bank sehr gut voran.“ Zudem kehrten nach der Unruhe im Herbst - als Sorgen um die Solidität des Frankfurter Dax-Konzerns aufgekommen waren - die Kunden zurück.

Im ersten Quartal verdiente das Institut vor Steuern 878 Millionen Euro und damit 52 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Unter dem Strich lag der Gewinn mit 575 Millionen Euro sogar mehr als doppelt so hoch wie im ersten Quartal 2016 (236 Mio Euro).

„Ich bin zufrieden mit unserem Start ins Jahr 2017“, erklärte Cryan. „Wir haben die Grundlagen dafür geschaffen, dass die Deutsche Bank wieder gute Ergebnisse liefern kann.“

Die vergangenen beiden Jahre endeten jeweils mit Milliardenverlusten. Die aktuellen Zahlen zeigten jedoch auch, dass „noch viel zu tun“ sei, schränkte Cryan ein. Zum Vergleich: Die großen Wall-Street-Häuser fuhren im ersten Quartal Milliardengewinne ein.

Bei den Frankfurtern glichen ein stärkerer Anleihenhandel und ein teilweise besser laufendes Investmentbanking Schwächen im Aktienhandel und bei der Tochter Postbank aus, die entgegen früheren Plänen im Konzern bleiben wird. Gleichzeitig ging die Risikovorsorge im Kreditgeschäft zurück, und Einsparungen wirkten sich positiv aus.

Die Vermögensverwaltungs-Sparte Deutsche Asset Management, die vor allem für ihre DWS-Fonds bekannt ist, verzeichnete Nettozuflüsse von 5 Milliarden Euro. Im Rahmen der Neuaufstellung soll die Deutsche Asset teilweise an die Börse gebracht werden. Die Vorbereitungen dazu verliefen „vielversprechend“, berichtete Cryan.

Allerdings waren die Anleger trotz vieler Fortschritte unzufrieden - die Aktie der Deutschen Bank fiel am Vormittag um mehr als 3 Prozent. Citigroup-Analyst Andrew Coombs sprach von enttäuschenden Gewinnen in fast allen Sparten. Er verwies darauf, dass die US-Konkurrenz etwa im Anleihenhandel noch besser abgeschnitten habe. Barclays-Analyst Kiri Vijayarajah bemängelte die Kosten im Kapitalmarktgeschäft.

Dass bei der Deutschen Bank die Erträge - also die gesamten Einnahmen - im Quartalsvergleich um 9 Prozent auf gut 7,3 Milliarden Euro absackten, erklärte Bankchef Cryan im Wesentlichen mit einem buchhalterischen Effekt aus der Neubewertung von Schulden.

Tempo macht das Management bei der Verkleinerung des Filialnetzes: 130 von bundesweit 188 Zweigstellen, die auf der Streichliste stehen, seien bereits geschlossen. Die übrigen Schließungen will die Bank größtenteils bis Ende Juni erledigt haben. Am Ende sollen noch 535 Filialen in Deutschland bleiben.

Die Anzahl der Mitarbeiter sank in den drei Monaten seit dem Jahresende 2016 konzernweit um knapp 1600 auf 98 177 Vollzeitkräfte. Knapp die Hälfte davon arbeitet in Deutschland. Der Vorstand hatte angekündigt, bis 2018 weltweit 9000 Arbeitsplätze abzubauen, davon 4000 in Deutschland.

Bei den Rechtsstreitigkeiten, die die Bank jahrelang erheblich belasteten, sind die größten Brocken aus dem Weg geräumt - unter anderem mit einer Milliardenstrafe in den USA wegen dubioser Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise 2007/2008 sowie Strafzahlungen wegen einer Geldwäsche-Affäre, in die Kunden der Bank verwickelt waren. Für mögliche weitere juristische Niederlagen hat die Bank derzeit 3,2 Milliarden Euro zurückgelegt.

Als Grundlage für neues Wachstum hat sich die Bank 8 Milliarden Euro frisches Kapital bei Investoren besorgt. Unter Berücksichtigung dieser - allerdings erst im April - abgeschlossenen Kapitalerhöhung lag die harte Kernkapitalquote zum Quartalsende „pro forma“ bei komfortablen 14,1 Prozent, ohne waren es 11,9 Prozent und damit ebenfalls mehr als in der jüngeren Vergangenheit. Je mehr Kapital eine Bank vorhält, als desto krisensicherer gilt sie.

dpa

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