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Deutsche Bank will sich von rund 30 000 Kunden trennen

London/Frankfurt Deutsche Bank will sich von rund 30 000 Kunden trennen

Die Baustellen der Deutschen Bank bleiben zahlreich. Sowohl bei Großkunden als auch bei Investoren ist laut Berichten vieles im Fluss. Gelingt nach etlichen Skandalen der große Strategiewechsel?

London/Frankfurt. Die Deutsche Bank macht bei ihren Aufräumarbeiten im Investmentbanking einem Bericht zufolge nun auch bei den Kunden ernst. Das Institut wolle sich von mehr als der Hälfte ihrer rund 65 000 Geschäftspartner im Handelsgeschäft trennen, berichtet die „Financial Times“ (FT).

So wolle sich der Konzern auch für die zunehmend strengeren Geldwäsche-Regeln rüsten.

Ziel von Deutschlands größter Bank sei es, sich künftig auf gut 30 000 Kunden im Investmentbanking zu konzentrieren, die sie gut kennt und mit denen sie regelmäßig Geschäfte macht, schrieb das Blatt. Das Institut wollte die Zahlen auf Anfrage nicht kommentieren.

Vorstandschef John Cryan hatte schon 2015 angekündigt, die Kundenbasis radikal ausdünnen zu wollen - und betont, dass die Bank rund 80 Prozent ihrer Erträge im Investmentbanking mit nur 30 Prozent ihrer Kunden erwirtschafte. Seine Strategie sieht nun vor, dass sich die Bank künftig stärker auf besonders profitables Geschäft konzentriert, auch wenn das zulasten der Gesamteinnahmen gehen kann.

Mit einer Trennung von Zehntausenden Kunden stünde die Deutsche Bank nicht allein da. Auch der britische Konkurrent Barclays soll sich laut „FT“ von 35 000 Karteileichen verabschiedet haben. Ähnliche Überprüfungen habe es auch bei der Schweizer UBS gegeben.

Wie das „Handelsblatt“ (Freitag) schreibt, hat Cryan parallel zu den geplanten Verschlankungen im Investmentbanking neue Investoren im Blick. Während einer USA-Reise habe der Deutsche-Bank-Chef vor kurzem Gespräche mit verschiedenen potenziellen Großanlegern geführt. Der Zeitung zufolge sollen die Angesprochenen aber noch abwarten.

Nach Berichten über Auseinandersetzungen im Aufsichtsrat betonte Cryan im „Handelsblatt“ zudem, dass es kein Zerwürfnis zwischen ihm und Chefkontrolleur Paul Achleitner gebe: „Das ist kompletter Nonsens. Wir sprechen mindestens zwei Stunden in der Woche, und ich wünschte, es wäre mehr.“ Er selbst werde seinen Vertrag auf jeden Fall bis 2020 erfüllen. „Wir haben schließlich noch einiges vor.“ Der umstrittene Chefaufklärer im Aufsichtsrat, Georg Thoma, hatte kürzlich seinen Rücktritt aus dem Gremium zum 28. Mai angekündigt.

dpa

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