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Deutsche Industrie beunruhigt wegen Trump

Berlin Deutsche Industrie beunruhigt wegen Trump

Unternehmen weltweit werden am Mittwoch aufmerksam zuhören, wenn Donald Trump seine Präsidentschaft in den USA skizziert. Der Industrieverband sieht Gefahren für deutsche Exporteure, mahnt aber auch zu Gelassenheit.

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Die bisherigen wirtschaftspolitischen Ankündigungen Trumps seien beunruhigend, sagte der BDI-Chef Dieter Kempf.

Quelle: Britta Pedersen

Berlin. Wenige Tage vor dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat die deutsche Industrie vor einer Marktabschottung gewarnt.

„"Make America great again" klappt definitiv nicht mit Abschottung“, sagte der neue Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, in Berlin. Er bezog sich auf Trumps Versprechen, die USA wieder „groß zu machen“ und die heimische Wirtschaft zu schützen.

Die bisherigen wirtschaftspolitischen Ankündigungen Trumps seien beunruhigend, sagte der BDI-Chef. Es sei falsch zu glauben, man könnte im 21. Jahrhundert durch das Hochziehen nationaler Grenzen auf Dauer gewinnen: „Niemand ist eine Insel.“ Es sei aber durchaus beruhigend, dass es auch Trump nicht gelinge, komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge in nur 140 Zeichen unterzubringen, sagte Kempf mit Blick auf Trumps regelmäßige Äußerungen über den Kurznachrichtendienst Twitter - auch zu Unternehmen. 

Die von Trump angedrohten Strafzölle für ausländische Autobauer müsse man ernst nehmen. Sie machten viele nachdenklich. Es müsse aber mit Ruhe und Gelassenheit sowie mit Fakten gegengehalten werden. Zumindest bisher sei die Betrachtung der Wertschöpfung ausländischer Autobauer in den USA deutlich zu kurz gekommen. Trump konzentriere sich auf Importe aus Mexiko, sagte Kempf.

Die deutsche Wirtschaft werde aufmerksam zuhören, wenn Trump an diesem Mittwoch seine Präsidentschaft in den USA skizziere. Es werde noch dauern, bis aus der Wahlkampfrhetorik umgeschaltet werde. Eine Trendwende weg vom Freihandel hin zur Abschottung würde aber der gesamten Weltwirtschaft und insbesondere der exportorientierten deutschen Wirtschaft schaden, sagte Kempf. 

Die angepeilten Exportziele der deutschen Wirtschaft sieht der BDI gegenwärtig aber nicht gefährdet. Aktuell werde für 2017 mit einem Plus von zwei bis drei Prozent gerechnet. Er sei verhalten optimistisch, Irrtümer seien aber nicht ausgeschlossen. Für den Moment aber hätten sich die Exportaussichten verbessert.

Für die deutsche Wirtschaft insgesamt erwartet der BDI im laufenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von rund 1,5 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten werde von aktuell 43,5 Millionen um bis zu 500 000 steigen. Die Industrie ist damit etwas optimistischer als zuletzt die Bundesregierung, die im Herbst für 2017 ein Konjunkturplus von 1,4 Prozent vorhergesagt hatte. „Angesichts der weltpolitischen Unsicherheit, die unsere Wirtschaftsnation besonders gefährdet, ist künftiges Wachstum alles andere als selbstverständlich“, sagte Kempf. 

Zunehmend Sorge bereiteten in China die Eingriffe des Staates - von Quoten für E-Autos bis zu restriktiveren Gewinnüberweisungen. Europäer müssten genauso Mehrheitsbeteiligungen an Unternehmen in China erwerben dürfen wie Chinesen in Deutschland. Kempf: „Jetzt muss es darum gehen, Mauern in China abzubauen, und nicht darum, Mauern in Deutschland hochzuziehen.“

dpa

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