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Wirtschaft Deutsche Warenhaus AG kommt nicht
Nachrichten Wirtschaft Deutsche Warenhaus AG kommt nicht
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00:00 09.02.2018

Toronto/Köln. Ein Verbund von Kaufhof und Karstadt unter einem Dach ist wieder einmal vom Tisch. Der kanadische Warenhauskonzern Hudson’s Bay Company (HBC) will Kaufhof nicht an den österreichischen Karstadt-Eigentümer Signa verkaufen. Der HBC-Aufsichtsrat lehnte ein entsprechendes Signa-Angebot einstimmig ab. Daraufhin habe Signa die Offerte zurückgezogen, teilte HBC in Toronto mit. Der HBC-Interimschef Richard Baker bezeichnete Kaufhof erneut als ein Kernstück der Unternehmensstrategie der Kanadier.

Die Aufsichtsräte befanden, dass das Signa-Angebot nicht im Interesse der HBC-Aktionäre sei. Es liege zum einen beträchtlich unter dem eigentlichen Wert des deutschen Geschäftes und damit verbundener Immobilien. Zum anderen äußerte das Gremium weiterhin Zweifel an der Finanzierung des Angebots, das – wie schon im November – weiterhin als „unerbeten“ bezeichnet wird.

Zuvor hatte schon Kaufhof-Chef Roland Neuwald das Signa-Angebot als wenig hilfreich zur Lösung der Probleme der Warenhauskette bezeichnet: „Ich sehe nicht, dass dadurch ein besseres Geschäfts

modell entsteht. Unsere größten Konkurrenten sind die Amazons und Zalandos dieser Welt“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Die Signa-Holding des Investors René Benko hatte nach früheren Informationen rund drei Milliarden Euro für das deutsche Warenhausgeschäft von Kaufhof und andere Immobilien geboten. Der Löwenanteil des Kaufpreises dürfte dabei nicht auf die Warenhauskette, sondern auf die Immobilien in wertvollen Innenstadtlagen entfallen. Der kanadische Kaufhof-Eigentümer HBC hatte 2015 die Warenhauskette der Metro für 2,8 Milliarden Euro abgekauft. Schon damals hatte Signa auch für Kaufhof den Finger gehoben, unterlag aber im Bieterrennen gegen HBC.

Für den Handelsexperten Joachim Stumpf von der Handelsberatung BBE führt jedoch langfristig kein Weg an weiteren Warenhausschließungen vorbei. Auf Dauer seien wohl maximal 120 der derzeit noch rund 180 Kaufhof- und Karstadt-Filialen wirtschaftlich zu betreiben.

OZ

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