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Deutsche Wirtschaft rechnet mit besserem Russlandgeschäft

Spürbare Verbesserung Deutsche Wirtschaft rechnet mit besserem Russlandgeschäft

Die russische Wirtschaft kommt nach zwei Krisenjahren wieder in Gang. Was auch den dort tätigen deutschen Unternehmen Hoffnung macht. Bei den Sanktionen aber wird kein rasches Ende erwartet.

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Container-Krananlagen für Russland im Fährhafen Sassnitz-Mukran (Mecklenburg-Vorpommmern) auf der Insel Rügen.

Quelle: Stefan Sauer

Berlin. Die deutsche Wirtschaft rechnet im Russland-Geschäft trotz andauernder Sanktionen mit deutlichen Zuwächsen.

Nach zwei Rezessionsjahren in Folge komme die russische Wirtschaft in diesem Jahr langsam aus der Krise, das unternehmerische Umfeld und die Geschäftserwartungen deutscher Unternehmen in Russland hätten sich spürbar verbessert, teilten die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) und der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft in Berlin mit.

Zwei Drittel der Unternehmen erwarteten eine positive Entwicklung mit deutlich steigenden Umsätzen, Exporten und Investitionen. In der Vorjahresumfrage seien dies gerade einmal zwei Prozent gewesen. Die Hoffnungen auf Aufhebung der gegenseitigen Sanktionen blieben allerdings gering. An der Umfrage beteiligten sich den Angaben zufolge 190 Unternehmen, die in Russland 122 000 Mitarbeiter beschäftigen und 29 Milliarden Euro umsetzen.

„Die deutschen Unternehmen in Russland sind deutlich optimistischer in das neue Jahr gestartet“, sagte AHK-Chef Matthias Schepp. „Eine mehr als zweijährige konjunkturelle Durststrecke steht vor dem Ende, die russische Wirtschaft lässt das Tal der Tränen hinter sich“, ergänzte der stellvertretende Ost-Ausschuss-Vorsitzende Klaus Schäfer. Aus Sicht von DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier zahlt sich aus, „dass Politik und Wirtschaft trotz Sanktionsregimes die Gesprächskanäle immer offen gehalten haben“. Russland sei in den vergangenen drei Jahren als Handelspartner fast abhandengekommen.

2017 rechnen den Angaben zufolge 63 Prozent der Befragten mit steigenden Umsätzen im Russland-Geschäft. Die deutschen Unternehmen zeigten sich wieder einstellungs- und investitionsbereiter: 40 Prozent gingen davon aus, künftig mehr Mitarbeiter in Russland zu beschäftigen. Ein Drittel der Unternehmen wolle in den nächsten zwölf Monaten in Russland investieren. 2016 seien fast zwei Milliarden Euro investiert worden.

Der Export hatte sich den Angaben zufolge seit 2013 fast halbiert. Die Phase rückläufiger Ausfuhren sei aber beendet. 2017 dürften die deutschen Exporte nach Russland um mindestens fünf Prozent zulegen. Nach massiven Einbrüchen 2014 und 2015 hätten sie 2016 mit 21,6 Milliarden Euro noch 0,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Für 2017 erwartet gut die Hälfte der befragten Unternehmen stabile und weitere 40 Prozent steigende Lieferungen.

Allerdings sehen sich zwei Drittel der befragten Unternehmen auch von protektionistischen Maßnahmen betroffen. AHK-Chef Schepp forderte: „Deutsche Unternehmen müssen faire Chancen gewährt werden, dann profitieren auch die russischen Partner von deutschen Investitionen und Technologien.“

Bei den im Sommer 2014 von der EU gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen machen sich die Befragten den Angaben wenig Illusionen: Nur noch 29 Prozent rechneten für das laufende Jahr mit einer Lockerung. Der Ost-Ausschuss hält einen schrittweisen Abbau entlang des sogenannten Minsk-Abkommens zur Lösung des Ukraine-Konflikts für den richtigen Ansatz. Fortschritte im Friedensprozess sollten auch mit dem schrittweisen Abbau der Sanktionen honoriert werden.

dpa

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