Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Deutschland ist Europas Teleshopping-Hochburg
Nachrichten Wirtschaft Deutschland ist Europas Teleshopping-Hochburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:12 21.06.2017
Hauptkunden der Branche sind mit großer Mehrheit Frauen im Alter von über 50 Jahren. Quelle: Marcel Kusch
Anzeige
Venedig

Nirgendwo sonst in Europa bestellen Kunden so viele Waren vor dem laufenden Fernseher wie in Deutschland: Mit einem Branchenumsatz von rund 1,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr liegt die Bundesrepublik beim Teleshopping vor dem langjährigen Spitzenreiter Großbritannien.

Das teilte der Vorstandschef der europäischen Home-Shopping Organisation ERA, Julian Oberndörfer, anlässlich der Messe „Electronic Home Shopping Conference“ in Venedig mit, die noch bis Donnerstag dauert. „Der Branche geht es gut“, sagte Oberndörfer. Neben den Marktführern QVC und HSE24 seien in Deutschland derzeit etwa 15 weitere Sender aktiv.

Laut einer zur Konferenz vorgelegten Studie des Berliner Beratungsunternehmens Goldmedia werden rund 40 Prozent der in Europa erwirtschafteten Umsätze im Teleshopping in Deutschland erzielt. Zusammen mit Großbritannien entfielen damit gut zwei Drittel (67,6 Prozent) des Gesamtumsatzes der Branche von knapp 4,8 Milliarden Euro allein auf die beiden Hochburgen.

Hauptkunden der Branche seien mit großer Mehrheit Frauen im Alter von über 50 Jahren, sagte Goldmedia-Analyst Mathias Birkel. Gekauft würden häufig Produkte, „die eine Lösung für ein Problem bieten, von dem man vorher gar nicht wusste, dass man es hatte“, so der Experte. Bestellt würden vor allem Waren für den Haushalt, Kleidung, Fitnesszubehör und Schmuck.

Etwa jeder zweite Kunde bestelle mindestens ein Mal im Monat. So genannte „heavy user“ griffen auch mehrmals in der Woche zu. Das Erfolgsrezept der Sender - gerade in Deutschland - sei dabei eine möglichst persönliche Ansprache der Kunden durch die Moderatoren und auch durch die speziell geschulten Mitarbeiter der Callcenter.

Trotz des eher höheren Alters ihrer Kunden müsse die Branche keine Nachwuchsprobleme fürchten. Die Klienten wüchsen nach, meint Birkel. Erwartet werde ein Wachstum der Branche von drei bis vier Prozent in den kommenden Jahren. Ein Ende des Booms sei derzeit nicht in Sicht. Stark wachsende Märkte seien etwa Russland und Italien.

dpa

Mehr zum Thema

Groß wurde Amazon als Schreck der klassischen Einzelhändler. Doch jetzt wird der weltgrößte Online-Einzelhändler im Heimatmarkt USA selbst zum Besitzer einer Kette aus Bio-Supermärkten. Es ist eine Kampfansage an Rivalen wie Wal-Mart. Deren Aktienkurse sacken ab.

16.06.2017

Die deutschen Verbraucher greifen nicht mehr so häufig zur Plastiktragetasche wie früher: Im vergangenen Jahr sei der Konsum von 68 auf 45 Tüten je Bundesbürger ...

16.06.2017
Wirtschaft Attraktiv für große Händler - Experte: Sonntagsöffnung überschätzt

Das Thema Sonntagsöffnung bleibt umstritten. Neben der Gewerkschaft Verdi und den Kirchen wird der Vorstoß einiger großer Händler auch von Experten kritisch gesehen. Vor allem kleine Händler könnten große Probleme bekommen.

17.06.2017

Zunächst sah es für den Uber-Boss gut aus: Trotz Sexismus-Vorwürfen und Diskriminierung konnte Travis Kalanick seinen Chefsesseln behalten. Doch einem Zeitungsbericht zufolge platzte den Investoren jetzt der Kragen.

21.06.2017

Der Essener Strafprozess gegen den früheren Topmanager Thomas Middelhoff wegen des Vorwurfs der Anstiftung zur Untreue wird voraussichtlich heute eingestellt.

21.06.2017

Mit ihrem beharrlichen Protest gegen die drohende Schließung der Fahrzeugbau-Firma Schmitz Cargobull in Toddin (Kreis Ludwigslust-Parchim) haben die Beschäftigten ...

21.06.2017
Anzeige