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00:00 16.05.2017
Wismar/Pasewalk

An der Fachhochschule Wismar sind Dozenten und Studenten gerade mächtig stolz. Eine aus ihren Reihen, die ehemalige Design-Absolventin Stefanie Radtke, hat die neue, im In- und Ausland heiß begehrte 5-Euro-Münze gestaltet. Das Geldstück „Tropische Zone“ ist so beliebt, dass es bereits wenige Stunden nach dem Erscheinen bei vielen Banken nicht mehr zu haben war. Und mittlerweile werden auf dem Zweitmarkt für die Spiegelglanzversion 60 Euro und mehr verlangt (Verkaufspreis 15,99 Euro). Die gebürtige Pasewalkerin freut sich über den Erfolg: „Natürlich habe ich gehofft, dass mein Entwurf gut ankommt“, sagt sie. Aber diese Resonanz sei überwältigend: „Immer wenn ich daran denke, kriege ich Gänsehaut.“

Die „Tropische Zone“ ist Stefanie Radtkes erste geprägte Münze. Den Grundstein dafür hat die Diplom-Designerin in Wismar während ihres Studiums an der Fakultät Gestaltung gelegt. „2007 habe ich an einem Nachwuchswettbewerb für Münzgestalter teilgenommen und gewonnen“, erzählt sie. Dadurch sei ihr Name in die Künstlerkartei des Bundesfinanzministeriums aufgenommen worden. Nur wer darin vertreten sei, werde nach Entwürfen gefragt, wenn Motive für neue Münzen gesucht werden. Und anscheinend hat die Wahl- Leipzigerin ein Händchen für Geldstücke: Vor der „Tropischen Zone“ hat sie bereits zwei 2. Preise errungen – bei der „Frauenfußball-WM“ 2011 und zum „200. Geburtstag Ernst Litfaß“ im Jahr 2016. Und nun der erste Preis für die Sondermünze 2017. Drei Monate hat Stefanie Radtke mit zwölf anderen Designern Zeit gehabt, Entwürfe für die Vorder- und die Rückseite einzureichen. Die Wismarer Absolventin hat mit beiden Entwürfen überzeugt. Eins ihrer Motive: ein fliegender Ara. Dabei handelt es sich um eine Papageienart, die vorwiegend in der tropischen Zone Südamerikas zuhause ist. Von oben schaut der Vogel auf den Regenwald hinab, der eine Lücke aufweist. Damit kritisiert die Designerin die Abholzung des Naturparadieses. Und auf der Rückseite hat der Bundesadler abgerundete Federn wie der Papagei. Das Besondere: Ihre Rückseite, die sogenannte Wertseite, wird in der kompletten Serie „Klimazonen der Erde“ erscheinen, die bis 2021 geplant ist mit jährlich einer neuen Münze.

Ihre Entwürfe hat Stefanie Radtke als Gipsmodelle abgegeben. Zusammen mit denen der Konkurrenz sind sie dann einer Jury vorgelegt worden. Die hat entschieden. „Als Gewinnerin durfte ich bei der Anprägung in Karlsruhe dabei sein“, sagt sie. Druckfrisch habe sie die ersten Münzen in der Hand halten dürfen – ein Gefühl, das sie nicht vergessen wird. „Sie waren noch warm.“ Doch behalten durfte sie kein Exemplar. Mittlerweile hat sie zwei dieser Geldstücke. Im Februar hat sie die erste geprägte Münze in Berlin auf der „World Money Fair“ bekommen, der weltgrößten Münzenmesse. Für das zweite Geldstück hat sie sich in die Warteschlange vor einer Leipziger Bank gestellt – nach zwei Stunden habe sie am Erstausgabetermin, dem 27. April, das begehrte Sammlerstück in den Händen gehalten:

„Es war ein tolles Erlebnis“, sagt die Münzdesignerin. Sie bekommt für ihre Entwürfe vom Finanzministerium eine Bearbeitungsgebühr.

Beruflich arbeitet Stefanie Radtke in einem Telekommunikationsunternehmen. Münzen entwerfe sie ausschließlich in ihrer Freizeit. Für ein neues Projekt ist sie bereits angesprochen worden. Und das möchte die Pasewalkerin auf jeden Fall auch angehen.

Kerstin Schröder

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