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Wirtschaft Die Rübenlaster rollen wieder: Anklamer setzen auf Süßes
Nachrichten Wirtschaft Die Rübenlaster rollen wieder: Anklamer setzen auf Süßes
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00:01 14.09.2016

. Bei Zuckerrüben erwarten die Landwirte in diesem Jahr einen sehr guten Ertrag. Die Zuckerfabrik Anklam rechnet mit 1,4 Millionen Tonnen Rüben. Das sind 100000 Tonnen mehr als im Vorjahr, wie Agrarminister Till Backhaus (SPD) gestern zur Eröffnung der Verarbeitungskampagne in der einzigen noch verbliebenen Zuckerfabrik in Mecklenburg-Vorpommern sagte. Im Land wurden in diesem Jahr auf einer Fläche von 19 300 Hektar die süßen Rüben angebaut. 385 Landwirte beschäftigen sich noch mit dem Anbau.  

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) mit Rübe. Quelle: Stefan Sauer/dpa

Wie das zum niederländischen Konzern Suiker Unie gehörende Unternehmen mitteilte, waren die Anbaubedingungen für die Zuckerrübe in diesem Jahr günstig. Nach ersten Proberodungen wird eine durchschnittliche Ernte mit einem überdurchschnittlichen Zuckergehalt erwartet. Grund dafür sei das erfreulich trockene Wetter kurz vor dem Erntestart, sagte die Geschäftsführerin des Anklamer Anbauerverbandes für Zuckerrüben, Antje Wulkow. Aus den Rüben werden in Anklam nach der vorgegebenen Zuckerquote 112 000 Tonnen Zucker gewonnen. Die Zuckererzeugung in der EU wird in diesem Jahr letztmalig durch die Zuckermarktordnung geregelt. Von Oktober 2017 an müsse sich die europäische Zuckerwirtschaft  den Anforderungen des Weltmarktes stellen, sagte Backhaus. Der EU-Binnenmarktpreis für Zucker liege derzeit mit durchschnittlich 436 Euro je Tonne Weißzucker unter dem Weltmarktpreis von rund 480 Euro.

Der Weltmarktpreis schwankte in der Vergangenheit enorm zwischen 100 und 600 Euro je Tonne Weißzucker. Rund zwei Drittel des weltweit erzeugten Zuckers werden direkt in den Erzeugerländern verbraucht. Nur ein Drittel des Zuckers werde auf dem Weltmarkt gehandelt. Außer Zucker produziert die Anklamer Fabrik Futtermittel, Dünger, Biogas und Biokraftstoff. Derzeit laufen Bauarbeiten zur Erweiterung der Kapazitäten. Der Rübenanbauerverband hofft, dass die Verarbeitung der Rüben reibungslos verläuft, um Frostschäden an den Früchten zu verhindern.

Vor einem Jahr war der Start in die Rübenverarbeitung in Anklam durch ein massenhaftes Fischsterben in der Peene überschattet worden, das durch eine Panne in der Zuckerfabrik ausgelöst worden war.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind nicht abgeschlossen. Die Fabrik beschäftigt 161 Stamm-Mitarbeiter sowie 28 Saisonkräfte und 15 Auszubildende.

Das Unternehmen in der amtsfreien Hansestadt in Vorpommern-Greifswald hat im Jahr 2013 fast 1,4 Millionen Tonnen Rüben verarbeitet. Das brachte einen Umsatz von 120 Millionen Euro.

Die „Kampagne“ startet

Von September an holen Landwirte die Zuckerrüben aus der Erde. In anderen Branchen heißt das schlicht Ernte und Verarbeitung. Doch die Zuckerindustrie sagt: Die „Kampagne“

startet. Warum? „Wenn die Saison beginnt, wird 24 Stunden an sieben Tagen die Woche gearbeitet“, sagt Fred Zeller vom Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer. Die Monate seien wie eine kleine Kriegskampagne. „Ein Feldzug mit dem Ziel, die Rübe zu vernichten und den Zucker zu gewinnen.“ „Kampagne“ stammt aus dem Französischen und bedeutet Feldzug.

Birgit Sander

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