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Wirtschaft Dieselabgas-Affäre kommt Volkswagen teuer zu stehen
Nachrichten Wirtschaft Dieselabgas-Affäre kommt Volkswagen teuer zu stehen
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00:05 27.10.2016

Der Weg ist frei für den größten Vergleich der Autogeschichte: Der für Hunderte Zivilklagen zuständige US-Richter Charles Breyer hat seine finale Zustimmung zum Milliarden-Vergleich mit den US-Klägern gegeben (die OZ berichtete). VW kann durchatmen. Ausgestanden ist der Diesel-Skandal aber damit noch lange nicht. Der Vergleich ist vielmehr eine Art Zwischensumme – wenn auch mit 14,7 Milliarden Dollar eine sehr hohe.

Der Kompromiss sei „fair, angemessen und adäquat“, teilte Breyers Gericht mit. Der Richter hatte schon bei einer Anhörung vor einer Woche signalisiert, dass er grünes Licht geben würde. Mit Breyers Segen kann der Konzern zwar die größte rechtliche Baustelle in den USA schließen, doch die juristischen Konsequenzen der Dieselaffäre sind nicht ausgestanden.

VW-Konzernchef Matthias Müller begrüßte die Entscheidung. „Das ist für uns ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Aufarbeitung des Problems, das wir vor geraumer Zeit verursacht haben“, sagte er.

Ähnlich äußerte sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. „Mit der Entscheidung von Richter Breyer hat Volkswagen einen wichtigen Schritt zur Bewältigung der Abgasaffäre geschafft“, so Weil. Diesem Schritt würden sicherlich weitere folgen müssen, aber der heutige Tag sei ein deutlicher Fortschritt bei der Aufarbeitung der Diesel-Affäre.

VW hatte im Juni mit US-Behörden und zahlreichen Dieselbesitzern eine Entschädigungslösung über bis zu 14,7 Milliarden Dollar ausgehandelt, später erhöhte sich die Summe durch Einigungen mit US-Staatsanwälten und klagenden Autohändlern. Breyer hatte den Vergleich im Juli zunächst auf vorläufiger Basis genehmigt. Bei den US-Kunden war der Kompromiss auf breite Zustimmung getroffen. Die überwiegende Mehrheit hat sich bereits registriert, um das Angebot anzunehmen.

VW bietet den US-Dieselbesitzern je nach Modelltyp und Baujahr zwischen 5100 und 10000 Dollar pro Fahrzeug als Wiedergutmachung. Zudem muss der Konzern Rückkauf oder Umrüstung der Wagen in einen gesetzeskonformen Zustand anbieten. In Deutschland und anderen Ländern sträubt man sich bislang gegen vergleichbare Angebote. Weltweit sind etwa elf Millionen Dieselwagen vom Skandal betroffen.

Der Kompromiss gilt für rund 475000 VW-Dieselwagen mit 2,0-Liter-Motoren, die mit einer Software zum Austricksen von Abgastests ausgerüstet sind. VW hatte den Schwindel im September 2015 nach Vorwürfen des US-Umweltamts EPA eingeräumt. Bei zusätzlichen etwa 85000 Fahrzeugen mit größeren Drei-Liter-Motoren ringt der Konzern allerdings weiter um eine Lösung mit den US-Behörden. In dieser Angelegenheit will Richter Breyer bis zum 3. November detaillierte Vorschläge sehen.

VW-Tochter Audi, von der die Drei-Liter-Motoren stammen, musste überarbeitete Rückrufpläne in den USA einreichen. Einem Audi-Sprecher zufolge gingen die Unterlagen fristgemäß ein. Wegen des laufenden Verfahrens hätten die Parteien zunächst Stillschweigen zum Inhalt vereinbart. Sollte es nicht gelingen, die Wagen technisch umzurüsten, drohen auch bei den größeren Fahrzeugen teure Rückkäufe.

Hannes Breustedt

OZ

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