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Dieselkrise nimmt Kfz-Gewerbe den Schwung

Autos als Ladenhüter Dieselkrise nimmt Kfz-Gewerbe den Schwung

Die gute Konjunktur kommt auch dem Kfz-Gewerbe zugute. Ausnahme sind derzeit die Händler von Diesel-Pkw - denn diese Autos werden wegen drohender Fahrverbote immer mehr zu Ladenhütern.

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Die Lage ist für einen Teil der Unternehmen inzwischen existenzbedrohend.

Quelle: Sven Hoppe

Berlin. Die Dieselkrise belastet zunehmend das Geschäft der deutschen Autohändlern. „Die Autokäufer sind zutiefst verunsichert. Drohende Fahrverbote in den Ballungsgebieten machen gebrauchte Diesel fast unverkäuflich.“

Das sagte der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Jürgen Karpinski. Er sprach sich erneut für eine Hardware-Nachrüstung für jene Diesel-Pkw aus, die nicht dem jüngsten Standard Euro 6 entsprechen.

Der Umsatz des Kfz-Gewerbes insgesamt stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf 174,4 Milliarden Euro. Ein Minus gab es im Gebrauchtwagenhandel. Dort sank der Umsatz um 1,9 Prozent auf 66,3 Milliarden Euro. Dabei war das Bild nochmals zweigeteilt: Unabhängige Gebrauchtwagenhändler erlebten einen Absturz ihrer Erlöse um 27 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro. Die Markenhändler dagegen konnten ihren Umsatz um 4,4 Prozent auf 56,2 Milliarden Euro erhöhen.

Die Durchschnittsrendite des Kfz-Gewerbes lag nach vorläufigen Berechnungen 2017 bei 1,3 bis 1,6 Prozent, nach 1,7 Prozent im Jahr 2016. Das sei nicht überraschend, sagte Karpinski. Beim Handel stünden mehrere Hunderttausend gebrauchte Diesel auf Halde, dadurch seien die Kosten stark gestiegen. Hinzu kämen nun Dieselautos aus Leasingverträgen, die zurückgegeben würden.

Für einen Teil der Unternehmen sei die Lage inzwischen existenzbedrohend, sagte Karpinski. Pro Fahrzeug seien einige Tausend Euro Wertverlust einzukalkulieren. Jeder zweite Händler bilde inzwischen Rückstellungen für drohende Verluste wegen der Diesel-Krise. Diesel-Pkw stünden derzeit im Schnitt 100 Tage beim Händler, Benziner nur 80 Tage. Jeder Standtag koste den Händler 28 Euro pro Auto.

Im August 2017 hatte der Handel nach Verbandsangaben rund 300.000 Euro-5-Diesel-Pkw auf seinen Höfen stehen. Gut die Hälfte der Autohändler gab in einer aktuellen Umfrage an, dass ihr Bestand an diesen Dieselautos seitdem weiter gestiegen sei.

Karpinski drückte die Hoffnung aus, dass in Deutschland keine Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge ausgesprochen werden. Letztlich sei das aber eine Entscheidung der Gerichte. Mit einer Hardware-Nachrüstung könnten die Stickoxid-Werte bei 95 Prozent aller älteren Diesel reduziert werden, sagte Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk.

Wer eine solche Nachrüstung zahlen würde, ist offen. Die Hersteller sind bislang nur bereit, die Software umzustellen, was aber nur einen geringen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten kann.

Hülsdonk äußerte sich zuversichtlich, dass im Zweifel auch viele Autofahrer die technische Umrüstung aus eigener Tasche bezahlen würden, wenn sie damit ein städtisches Fahrverbot für das Fahrzeug vermeiden könnten.

In den meisten Weltregionen stieg die Nachfrage nach Autos zu Jahresbeginn. Ganz vorn lag China mit rund 2,4 Millionen Neuzulassungen im Januar, 11,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Verband der Automobilindustrie berichtete. Prozentual die größten Sprünge machten Russland (plus 31,3 Prozent) und Brasilien (plus 22,3 Prozent).

In Europa erhöhten sich die Pkw-Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,8 Prozent. Spanien (plus 20 Prozent) und Deutschland (plus 12 Prozent) lagen dabei an der Spitze. Nach einer Auswertung der Wirtschaftsprüfer von EY verkaufen sich Diesel-Neuwagen in den fünf größten europäischen Absatzmärkten deutlich schlechter. Nehme man Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien zusammen, seien die Diesel-Neuzulassungen um 12 Prozent gesunken.

dpa

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