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Digitalwirtschaft boomt in Deutschland

Großer Facharbeitermangel Digitalwirtschaft boomt in Deutschland

Eigentlich kann die Digitalwirtschaft in Deutschland nicht klagen. Der Umsatz steigt stetig. Es entstehen ständig neue Jobs. Es könnte aber noch viel besser laufen, wenn bestimmte Herausforderungen entschieden angegangen werden, sagt der Branchenverband Bitkom.

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In Deutschland sind 55.000 Stellen für IT-Spezialisten unbesetzt.

Quelle: Martin Schutt

Berlin. Die Digitalwirtschaft schafft immer mehr Arbeitsplätze in Deutschland. Im vergangenen Jahr habe man 45.000 zusätzliche Jobs in der IT und Telekommunikationsbranche verzeichnet, sagte Achim Berg, Präsident des Digitalverbands Bitkom.

Das sei der historisch stärkste Beschäftigungszuwachs innerhalb eines Jahres. Auch für das laufende Jahr sieht der Verband optimistisch in die Zukunft: 2018 würden 42.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

In den vergangenen fünf Jahren seien in der Bitkom-Branche 150.000 zusätzliche Jobs entstanden, sagte Berg. Gleichzeitig seien in Deutschland 55.000 Stellen für IT-Spezialisten unbesetzt. Politik und Wirtschaft seien hier gemeinsam gefordert, sagte Berg. „Wir müssen unser Bildungssystem so weiterentwickeln, dass in Zukunft genügend IT-Experten zur Verfügung stehen und insbesondere die Rolle von Frauen in der IT gestärkt wird.“ Außerdem sollte die Zuwanderung ausländischer Spezialisten in den Arbeitsmarkt erleichtert werden. „Wir haben einfach zu wenig Fachkräfte.“

Bei den Umsätzen flacht das Wachstum in diesem Jahr vermutlich ein wenig ab. Im Jahr 2017 stieg der Branchenumsatz noch um 2,2 Prozent auf 161,3 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr soll der Umsatz nur noch um 1,7 Prozent auf 164 Milliarden Euro zulegen. Grund für die Abflachung seien leichte Rückgänge bei der Verbraucherelektronik, auch weil in diesem Jahr kein Generationswechsel bei den Spielekonsolen anstehe.

Berg forderte die Politiker von Union und SPD auf, im Rahmen einer Regierungsbildung doch noch die Stelle eines Staatsministers im Bundeskanzleramt zu schaffen, der die digitalen Themen koordiniert. So gebe es beispielsweise zwischen der Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Wissenschaftsministerium und der Förderung von Mittelstands- und Start-up-Unternehmen im Bundeswirtschaftsministerium keine richtige Verbindung.

„Mit welcher Leichtigkeit bekommt das Thema „Heimat“ eine Heimat in der neuen Bundesregierung? Und mit welcher Selbstverständlichkeit sitzt die Landwirtschaft seit Jahrzehnten am Kabinettstisch?“, fragte Berg und verwies darauf, dass die Landwirtschaft gerade mal 0,7 Prozent zur Bruttowertschöpfung in Deutschland beitrage. „Nichts gegen Heimat. Nichts gegen Landwirtschaft“, sagte Berg. Er frage sich aber, weshalb sich die großen Volksparteien mit dem Digitalen so schwer tun würden. „Weshalb entwickelt man keine Vision, keinen Plan, wie man vom Analogen heute zum Digitalen morgen kommt?“ Es sei auch widersprüchlich, das Digital-Thema im Bundestag mit einem Ausschuss zu verankern, sich aber vor einem digitalen Staatsminister für das Kanzleramt zu scheuen.

dpa

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