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Dorschquote: Fischer erhalten Ausgleichszahlungen

Rostock Dorschquote: Fischer erhalten Ausgleichszahlungen

Stillliegezeit wird gefördert / Branchenverband kritisiert Gelder als unzureichend

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Das ist zumindest ein Zeichen, aber zufriedenstellend ist das nicht.“ Günter Grothe, Landesverband Kutter- und Küstenfischer MV

Quelle: Maik Trettin

Rostock. Fischer in Mecklenburg-Vorpommern erhalten im kommenden Jahr Ausgleichszahlungen, wenn sie die Dorschfischerei vorübergehend einstellen. Das hat das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (Lallf) jetzt mitgeteilt. Hintergrund ist die drastische Absenkung der Dorschfangquote um 56 Prozent im Jahr 2017.

Die Fischer im Land reagieren zurückhaltend auf die angekündigten Ausgleichszahlungen. „Das ist zumindest ein Zeichen, aber zufriedenstellend ist das nicht“, sagt der Vorsitzende des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer, Günter Grothe. Durch die verordnete Auszeit werde die Branche doppelt bestraft: Zum einen belaste die gesenkte Dorschquote die Fischer, und zum anderen könnten sie während der Stillliegezeit auch keine anderen Fische fangen, etwa Schollen oder Flundern.

Gefördert werden etwa Schiffe, die länger als acht Meter sind. Sie dürfen in der ersten Jahreshälfte 2017 für insgesamt 30 Tage nicht zum Fischen fahren. Das geht aus der Verordnung durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hervor. Nach einer Beispielrechnung des Lallf erhält ein Betreiber für die gesamte Stillliegezeit etwa eines Kutters (zwölf BRZ) eine Ausgleichszahlung von 3600 Euro. „Die Summe entspricht nicht dem Ertrag, der mit Fängen erzielt werden könnte“, kritisiert Grothe.

Für das kommende Jahr hat die Europäische Union die Dorschquote um 56 Prozent gesenkt. Zudem dürfen Angler dann nur noch fünf Dorsche pro Tag bzw. drei Dorsche während der Laichzeit fangen (die OZ berichtete). Neben den Stillliegefristen wurde das Dorsch-Fangverbot für Berufsfischer um zwei auf nun acht Wochen von Februar bis März ausgeweitet. Die Heringsquote steigt 2017 hingegen um acht Prozent.

Anlass für die weitere Dorschquotenreduzierung sind Bestandsrückgänge vor allem in der westlichen Ostsee. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF steht der westliche Dorsch vor dem Kollaps. Die Nachwuchsproduktion sei 2015 dramatisch eingebrochen, teilte das Rostocker Thünen-Institut für Ostseefischerei mit. Die Reproduktionsrate habe bei zehn Prozent des zehnjährigen Mittels gelegen.

Axel Meyer

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