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Dorschquote schreckt Angeltouristen ab

Rostock Dorschquote schreckt Angeltouristen ab

Die aufgehende Sonne von achtern, tuckert der Kutter „Storkow“ an der Rostocker Hafenausfahrt vorbei. In den Hotels beiderseits der Warnow-Mündung liegen die meisten Ostsee-Urlauber noch im Tiefschlaf.

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Dorschangler Jürgen Lehmann hat auf der Ostsee vor Warnemünde an Bord des Angelkutters „Storkow“ einen Fisch gefangen.

Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Rostock. Die aufgehende Sonne von achtern, tuckert der Kutter „Storkow“ an der Rostocker Hafenausfahrt vorbei. In den Hotels beiderseits der Warnow-Mündung liegen die meisten Ostsee-Urlauber noch im Tiefschlaf. Für die sechs Fahrgäste an Bord des fast 70 Jahre alten Schiffes hingegen war die Nacht kurz. Es geht hinaus zum Dorschangeln. „Wenigstens einer wäre gut – für die Pfanne und natürlich fürs Ego“, sagt Andreas. Der Geschäftsmann aus München macht mit der Familie im Hinterland der Ostsee Urlaub und gönnt sich nun als Hobbyangler einen Solo-Tag auf dem Meer.

Nicht alle Angler, die nach dem Ende der Laichzeit nun von Rostock, Wismar oder Sassnitz zum Dorschfang hinausfahren, sind so bescheiden. Fünf Männer aus dem Münsterland haben die Ausfahrt mit der MS „Storkow“ ebenfalls gebucht. „Wer hierherkommt, lange Fahrstrecken in Kauf nimmt und gutes Geld für das Hotel hinblättert, der will natürlich auch was fangen“, sagt Kapitän Lothar Schlicker. Seit diesem Jahr gelten zum Schutz der arg strapazierten Dorschbestände in der westlichen Ostsee erstmals auch Beschränkungen für Angler – zusätzlich zu den Fangquoten für Berufsfischer. Maximal fünf Dorsche von mindestens 35 Zentimetern Länge darf ein Petrijünger am Tag fangen.

„Da überlegen viele, ob sich die lange Anfahrt überhaupt lohnt“, sagt Schlicker und öffnet auf seinem Bordcomputer die Datei mit den aktuellen Anmeldungen. Bis zu zwölf Angler könnte er täglich mitnehmen. Doch das Wort „ausgebucht“ findet sich in der Regel nur an den Wochenenden. Gut zwei Drittel der Angler, die vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns ihr Glück versuchen, reisten bislang aus anderen Bundesländern oder auch aus der Schweiz an.

Seit die Fangbeschränkungen im Herbst publik wurden, haben sich die Absagen spürbar gehäuft. Auf etwa 30 Prozent schätzt Schlicker den Buchungsrückgang. Von 50 Prozent gar spricht Kapitän Andreas Retzlaff, der seine Touren von der gleichen Anlegestelle gegenüber dem Rostocker Überseehafen startet.

Die EU-Fischereiminister hatten sich im Oktober vergangenen Jahres darauf verständigt, die Fangmenge in der westlichen Ostsee zwischen Kieler Bucht und Bornholm für 2017 um 56 Prozent zu kürzen.

Frank Pfaff

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