Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Drastische Einsparungen bei Arzneimitteln geplant
Nachrichten Wirtschaft Drastische Einsparungen bei Arzneimitteln geplant
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:47 19.04.2013
Die Weichen für erhebliche Einsparungen auf dem Pharmamarkt werden gestellt. Foto: Matthias Hiekel
Berlin

eiten werden einer neuen Prüfung mit dem Ziel enormer Einsparungen unterzogen. Dazu machte das oberste Gremium des deutschen Gesundheitswesens, der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken, den Weg frei. Er beschloss erstmals einen Fahrplan für eine Bewertung dieser breit angewendeten Medikamente, die den Pharmakonzernen teils hohe Umsätze bringen.

G-BA-Chef Josef Hecken sagte, ausschlaggebend sei, welches weitere Potenzial auf dem Markt diese Mittel erwarten ließen. Insgesamt für sechs Wirkstoffgruppen wurde eine Nutzenbewertung beschlossen, darunter auch für Mittel gegen Osteoporose, Depressionen und rheumatoider Arthritis. „Pharmazeutische Unternehmen können damit nachvollziehen, ob und wann ihre Präparate einer Nutzenbewertung unterzogen werden.“

Auf den Prüfstand stellen will der G-BA solche Medikamente auf Basis von Dossiers der Hersteller und einer wissenschaftlichen Expertise. Auf Grund dieser Nutzenbewertung sollen Kassenverband und Hersteller über den Erstattungspreis verhandeln - nur was mehr bringt als Altbewährtes ohne Patentschutz, soll auch mehr kosten.

Die Industrie reagierte mit Kritik. Zwar ist das Verfahren vom Gesetzgeber mit der schwarz-gelben Pharmareform AMNOG angestoßen, wie die Herstellerverbände BAH, BPI, Pro Generika und vfa einräumten. Entgegen früherer Zusagen sei die Industrie aber nicht an der Vorbereitung der Bewertungen beteiligt gewesen. „Aus Sicht der Herstellerverbände muss daher das Vorgehen des G-BA dringend überdacht werden.“ Einzelne Unternehmen könnten diskriminiert werden.

Die Krankenkassen hingegen begrüßten die Bewertung der Mittel. „Wir wollen und müssen da jetzt ran, denn aus den Portemonnaies der Beitragszahler sollte nur das zusätzlich bezahlt werden, was auch einen Zusatznutzen hat“, sagte ihr Verbandssprecher Florian Lanz der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Der Bremer Gesundheitsexperte Gerd Glaeske sagte der dpa: „Es werden zwei bis drei Milliarden Euro für diese Medikamenten ausgegeben, die man einsparen könnte.“ Auch um Patientenschutz gehe es. „Je länger die Präparate im Markt sind, desto mehr tauchen unerwünschte Wirkungen auf.“ Lange bewährte Präparate seien sicherer als jene, die noch relativ jung seien und unter Patentschutz stünden.

Bereits bisher gibt es das Verfahren der Nutzenbewertung. Aber nur zahlreiche neue Mittel wurden bisher - gleich nach der Markteinführung - auf ihren Mehrwert gegenüber älteren Mitteln bewertet. In rund drei Dutzend Fällen schloss der G-BA Bewertungsverfahren ab. In vielen Fällen wurde ein Zusatznutzen anerkannt, teils aber nur für weit weniger Patienten als von den Herstellern angegeben. In einigen Fällen stoppten Firmen Neuentwicklungen in Deutschland, etwa Boehringer Ingelheim und Lilly das Diabetesmittel Trajenta, weil sie keinen ausreichenden Erstattungspreis erwarteten.

Die nun folgende Bewertung von Präparaten des sogenannten Bestandsmarkts war von der Branche mit wachsender Nervosität erwartet worden. Insgesamt haben die Mittel dieses Markts nach Industrieangaben ein Umsatzvolumen von rund fünf Milliarden Euro. Auf mehr als 31 Milliarden Euro waren die Kassen-Ausgaben für Arzneimittel im vergangenen Jahr gestiegen.

Ärztezeitung zum Bestandsmarkt

Tagesordnung Bundesausschuss

Verfahren der Medikamentenbewertung

Infos zum Arzneigesetz AMNOG

Fragen und Antworten zum AMNOG

Zwischenbilanz G-BA zu Nutzenbewertung

Zwischenbilanz des Kassenverbands zum AMNOG

dpa

Im Tarifkonflikt beim Bodenpersonal der Lufthansa hat die Gewerkschaft Verdi mit verschärften Warnstreiks gedroht.Die noch nicht terminierte zweite Welle werde härter ausfallen als am 21. März, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa.

19.04.2013

Unter den 30 größten deutschen Städten sieht Frankfurt einer Studie zufolge der rosigsten Zukunft entgegen.

In der Hitliste zur Zukunftsfähigkeit von Städten, die das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) und die Privatbank Berenberg am Donnerstag in Frankfurt vorstellten, verweist die Mainmetropole zum dritten Mal in Folge München auf Platz 2 - dahinter folgen mit einigem Abstand Bonn, Düsseldorf und Berlin.

19.04.2013

Das Ziel ist eindeutig: 2013 soll das operative Ergebnis des Technologieriesen Bosch wieder steigen.Mit einem harten Sparkurs will Bosch-Chef Volkmar Denner den Konzern auf mögliche Umsatzeinbrüche vorbereiten.

18.04.2013