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Wirtschaft EZB-Chef Draghi belässt Leitzins der Eurozone auf Rekordtief
Nachrichten Wirtschaft EZB-Chef Draghi belässt Leitzins der Eurozone auf Rekordtief
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00:01 22.07.2016
EZB-Präsident Mario Draghi Quelle: Arne Deert/dpa

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält trotz wachsender Konjunktursorgen nach dem Brexit-Votum ihr Pulver vorerst trocken. Die Währungshüter beließen den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent. Das beschloss der EZB-Rat gestern. Der Strafzins, den Banken und Sparkassen zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken, liegt weiterhin bei 0,4 Prozent.

Volkswirte hatten damit gerechnet, dass die Währungshüter erst einmal die Füße stillhalten. „Die überraschende Ruhe an den Finanzmärkten gibt auch der EZB Luft“, erklärte Targobank-Chefvolkswirt Otmar Lang.

Angesichts der wachsenden Unsicherheit nach dem Nein der Briten zur EU wird die EZB Ökonomen zufolge ihre ultralockere Geldpolitik möglicherweise im September weiter lockern. Dann liegen auch die neuesten Prognosen zur Inflations- und Konjunkturentwicklung im Euroraum vor. Am 23. Juni hatte sich die Mehrheit der Briten für einen Austritt ihres Landes aus der EU ausgesprochen.

Erst im März hatten die Währungshüter ihren Kurs gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche drastisch verschärft. Erstmals wurde der Zins, zu dem Banken frisches Zentralbankgeld bekommen, auf Null gesenkt. In Staatsanleihen und andere Wertpapiere steckt die EZB noch mehr Geld: 80 Milliarden Euro monatlich. Seit Juni kauft die Notenbank auch Unternehmensanleihen. Das milliardenschwere Kaufprogramm soll bis März 2017 laufen und notfalls darüber hinaus aufrechterhalten werden. Die EZB werde nach den Worten Draghis alles tun, um der Wirtschaft der Eurozone auf die Beine zu helfen.

Draghi bekräftigte, die EZB sei bereit, alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente zu diesem Zweck einzusetzen. „Ich möchte unsere Bereitschaft, den Willen und die Fähigkeit dazu unterstreichen“, sagte Draghi. Zu den Folgen des Brexit-Votums der Briten sagte der EZB-Präsident, die Finanzmärkte hätten die daraus resultierende Unsicherheit und die Schwankungen mit „ermutigender Widerstandsfähigkeit“ überstanden.

OZ

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