Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft EZB sieht Banken im Euroraum gerüstet für Zinsschocks
Nachrichten Wirtschaft EZB sieht Banken im Euroraum gerüstet für Zinsschocks
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:22 09.10.2017
Frankfurts Bankentürme im Abendlicht: Auch die deutschen Institute sínd nach Ansicht der EZB für einen Zinsanstieg gerüstet. Quelle: Daniel Reinhardt
Anzeige
Frankfurt/Main

Die Großbanken im Euroraum sind nach Einschätzung der Europäische Zentralbank (EZB) grundsätzlich gerüstet für plötzlich steigende Zinsen.

Insgesamt gebe es keinen Grund zur Sorge, sagte Korbinian Ibel, Generaldirektor bei der EZB-Bankenaufsicht bei der Vorstellung der Ergebnisse des abgespeckten Stresstests in Frankfurt. Die meisten Geldhäuser managen der EZB zufolge die Risiken gut. 51 Institute brauchen nach den Ergebnissen des Tests allerdings etwas mehr Kapital. Eigenkapital gilt als Puffer für Krisen.

Die Aufseher hatten die Bankbücher von 111 europäischen Instituten genauer unter die Lupe genommen und geprüft, wie verwundbar die Geldhäuser bei einem plötzlichen Zinsschock wären.

Seit Jahren müssen sich die Banken mit niedrigen, teils sogar negativen Zinsen in Europa arrangieren. Grundsätzlich sind höhere Zinsen gut für die Institute, da sie dann mehr verdienen. Steigen die Zinsen allerdings zu schnell zu stark, spricht man von einem Zinsschock. Dieser gilt als Gift für den gesamten Finanzmarkt.

Die Ergebnisse flossen in den regelmäßigen Überprüfungs- und Bewertungsprozess („Supervisory Review and Evaluation Process“/SREP) der EZB ein. Dabei legen die Aufseher individuelle Kapitalzuschläge für Banken fest. Die aktuellen Ergebnisse werden bei den Kapitalvorgaben für das kommende Jahr berücksichtigt.

Die EZB beaufsichtigt seit November 2014 die größten Bankengruppen im Euroraum direkt. Der nächste große EU-weite Banken-Stresstest ist für 2018 geplant.

dpa

Mehr zum Thema

Mit umstrittenen Aktiendeals sollen Investoren den Staat um Milliarden geprellt haben. Erst spät wurde das Steuerschlupfloch geschlossen. Jetzt soll es an die strafrechtliche Aufarbeitung gehen

04.10.2017

Die Istiklal Caddesi in Istanbuls Szenebezirk Beyoglu kennt jeder, der die Stadt am Bosporus einmal besucht hat. Der berühmten Einkaufsstraße bleiben die europäischen Touristen jetzt fern. Ihren Platz nehmen andere ein.

06.10.2017

Seit der Jahrtausendwende ist in Deutschland etwa jede vierte Bankfiliale geschlossen worden. Die Digitalisierung beschleunigt den Prozess noch. Auch in anderen europäischen Ländern verschwinden Jahr für Jahr Zweigstellen.

08.10.2017
Wirtschaft Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften - Nobelpreis für Verhaltensökonom Richard Thaler

Der Nobelpreis für Wirtschaft geht im Jahr 2017 an den US-Forscher Richard H. Der Ökonom untersucht, warum Menschen sich in wirtschaftlichen Fragen manchmal unlogisch verhalten und gegen ihre eigenen Interessen handeln. Dafür bekommt er nun den Nobelpreis.

09.10.2017

Hohe Fangmengen oder sicherer Erhalt der Fischbestände? Bei den Verhandlungen zum EU-Fischfang in der Ostsee gilt es einen Mittelweg zu finden. Ein bestimmter Fisch könnte diesmal noch zusätzlich für Aufregung sorgen.

09.10.2017

Eisenbahnen, Straßenbahnen und Busse im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) haben im Jahr 2016 Rekordeinnahmen in Höhe von 17,5 Milliarden Euro eingefahren.

09.10.2017
Anzeige