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Easyjet will Lufthansa innerdeutsche Konkurrenz machen

Wöchentlich 250 Flüge Easyjet will Lufthansa innerdeutsche Konkurrenz machen

Nach der Pleite von Air Berlin fehlt besonders auf dem innerdeutschen Flugmarkt eine Konkurrenz zur Lufthansa. In diese Lücke will jetzt die britische Easyjet stoßen. Was die Air-Berlin-Übernahme durch die Lufthansa angeht, befragt die Kommission nun andere Marktteilnehmer.

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Easyjet bedient vier der wichtigsten innerdeutschen Strecken, auf denen seit Oktober die Konkurrenz der Air Berlin fehlt.

Quelle: Patrick Pleul

Berlin/Frankfurt. Nach der Air-Berlin-Pleite greift nun erstmals die britische Fluggesellschaft Easyjet die Lufthansa auf innerdeutschen Strecken an.

Von Berlin-Tegel plant die Gesellschaft nach eigener Mitteilung ab dem 5. Januar wöchentlich 250 Flüge zu den innerdeutschen Zielen Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München. Auch werden 15 internationale Ziele wie Wien, Zürich oder Rom ins Programm genommen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte. Derweil will die EU-Kommission in der Frage der geplanten Übernahme weiter Teile Air Berlins durch die Lufthansa Feedback von anderen Marktteilnehmern einholen. Die Übernahme Air Berlins durch Lufthansa und Easyjet wird derzeit von der Kommission geprüft.

Mit dem Schritt bedient Easyjet dann vier der wichtigsten innerdeutschen Strecken, auf denen seit Oktober die Konkurrenz der Air Berlin fehlt. Ob noch weitere derartige Verbindungen wie beispielsweise Hamburg-München oder Düsseldorf-München hinzukommen, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Zum Sommerflugplan ab Ende März sollen weitere Ziele von Berlin-Tegel aus angeflogen werden, kündigte Easyjet nur an.

Das in der Hauptstadt stark beworbene neue Angebot steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen EU-Genehmigung zur Übernahme von bis zu 25 Jets der insolventen Air Berlin durch Easyjet samt ihrer Start- und Landerechte. In Brüssel endet die erste Prüfphase am 12. Dezember, wobei mit einem positiven Bescheid der Kommission gerechnet wird, da das Easyjet-Angebot die befürchtete Vormachtstellung der Lufthansa abmildern würde.

Lufthansa wiederum will mit den Teilgesellschaften LG Walter und Niki für 210 Millionen Euro einen erheblichen Teil des Flugbetriebs von Air Berlin mit 81 Jets und den dazugehörigen Verkehrsrechten übernehmen. Die EU-Kommission muss bei europaweit relevanten Zusammenschlüssen prüfen, ob Wettbewerbsverzerrungen oder Nachteile für Verbraucher entstehen könnten.

Die Frist für die erste Phase dieses Prüfverfahrens läuft bis 21. Dezember. Die EU-Kommission kann dann entscheiden, die Übernahme - gegebenenfalls unter Auflagen - durchzuwinken, oder aber eine vertiefte Prüfung einzuleiten. Für die wären noch einmal 90 Arbeitstage Zeit.

Am Mittwoch hieß es aus Kreisen, dass die Kommission zu der Frage nun weitere Marktteilnehmer befragen will. In EU-Wettbewerbsfällen ist es üblich, dass die EU-Kommission ein derartiges Verfahren startet.

Mit dem Markteintritt von Easyjet könnten die Durchschnittspreise schon wegen der zusätzlich eingesetzten Flugzeugkapazitäten sinken. Easyjet spricht von rund einer Million Sitzplätzen, die man zwischen dem 5. Januar und dem 24. März zusätzlich anbiete.

Easyjet bietet innerdeutsche Oneway-Tickets ab rund 50 Euro an und erreicht damit in etwa das Niveau der untersten Buchungsklasse der Lufthansa. Die höchste Frequenz ist auf der Strecke München-Berlin mit durchschnittlich 14 Flügen pro Tag geplant. Von und nach Frankfurt wird es etwa 10 Flüge geben.

Neben den 19 Verbindungen ab Tegel bleibt Easyjet auch ein wichtiger Anbieter am Flughafen Berlin-Schönefeld mit zuletzt 51 Strecken. Die neuen Flüge will das Unternehmen mit eigenen und zunächst auch angemieteten Jets bestreiten. Die Gewerkschaft Verdi unterstützt das Übernahmeangebot an rund 1000 Beschäftigte der Air Berlin. Nach anfänglichem Zögern der Belegschaft soll es inzwischen zahlreiche Bewerbungen geben. „Die Nachfrage ist höher als das Angebot“, hieß es - auch wenn ein Teil der Piloten und Flugbegleiter noch darauf setzt, gerichtlich einen Betriebsübergang zu erstreiten.

dpa

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