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Ein Held kämpft gegen das Wegwerfen

Stralsund Ein Held kämpft gegen das Wegwerfen

Das Start-up MyFoodHero aus Stralsund will verhindern, dass Lebensmittel im Abfall landen / Firmenchef Oscar Schröder präsentiert sich bei der Veranstaltungsreihe Pitchlab in Greifswald und Rostock

Stralsund. Der Held kommt aus Stralsund, trägt stolz ein rotes Cape und eine Mohrrübe auf der Brust: MyFoodHero heißt ein neues Start-up-Unternehmen von der Ostsee, das den Lebensmittelhandel auf den Kopf stellen will. Die Idee: Supermärkte, Bäcker und andere, die Essbares verkaufen, offerieren ihre Restbestände mit näher rückendem Mindesthaltbarkeitsdatum mit Hilfe einer Online-Plattform zum ermäßigten Preis. Die Comic-Figur des Essens-Helden soll auf Aufklebern, Flyern und in Videoclips dafür sorgen, das sich die Sache herumspricht. Kunden können Angebote in ihrer Nähe auf einen virtuellen Einkaufszettel setzen. Gekauft wird dann allerdings ganz altmodisch im echten Laden, der für jeden Klick bei MyFoodHero eine winzige Provision an die Online-Plattform zahlt.

„Wir bieten dem Handel ein Instrument, um weniger Lebensmittel wegwerfen zu müssen“, sagt Geschäftsführer Oscar Schröder (29), der Foodhero erfunden hat. Gerade einmal ein halbes Jahr ist es her, dass der Wirtschaftsingenieur und gebürtige Greifswalder über eine Studie stolperte, nach der bundesweit jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall landen. Das zu beenden, ist Schröders Geschäftsidee. Außerdem soll die bunte Figur mit der Möhre im Rahmen eines nicht kommerziellen Nebenprojekts über Essensverschwendung aufklären, zum Beispiel in Schulen und bei Veranstaltungen.

Geboren wurde der Essensheld in einer Büroetage in der Stralsunder Altstadt. In den Räumen herrscht viel Betrieb. 14 Mitarbeiter wuseln umher, kümmern sich um Werbung, soziale Medien und die Programmierung der App. Der Ton ist locker, alle reden sich mit Du und Vornamen an, lediglich der für angesagte Start-ups angeblich typische Kickertisch fehlt. „Kein Platz“, meint Sina Krause, die für das Marketing zuständig ist. Einige der Mitarbeiter studieren noch an der Stralsunder Fachhochschule, wo auch Schröder seinen Abschluss machte.

App und Webseite sind seit ein paar Tagen am Netz, befinden sich aber noch im Leerlauf. Der richtige Betrieb soll 2017 starten. Zurzeit läuft die Akquise von Händlern, die das Angebot testen sollen.

Erfolgversprechende Gespräche gebe es mit Netto Stavenhagen und Lidl. Auch kleine, regionale Händler und Erzeuger oder Restaurants können mitmachen.

150 000 Euro steckte Schröder bisher in sein Projekt, geliehen über ein Innovationsprogramm von der Bürgschaftsbank MV. Um groß rauszukommen, soll demnächst eine groß angelegte Werbekampagne starten.

Dafür sucht Schröder noch Investoren, denn für die zweite Phase sind 150000 Euro Eigenkapital nötig. Klappt das nicht, will der Jungunternehmer selbst mit einem Kredit einsteigen. Die Gesamtinvestition bewegt sich in einem größeren sechsstelligen Bereich. „Wir kriegen das Ding zum Fliegen“, ist sich der Jungunternehmer vom Sund sicher. Er hält rasantes Wachstum in ganz Deutschland und Millionenumsätze für realistisch.

Für Schröder, der zuvor als IT-Experte in Zürich, Berlin und Stralsund arbeitete, ist das nur ein Zwischenschritt. Ihm schwebt das Geschäft eines „Companybuilder“ (Unternehmensmacher) vor. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Berliner Firma Rocket Internet, die unter anderem den Online-Modehandel Zalando hervorbrachte. Auch hier im Nordosten, fernab der Metropolen, gebe es das Potential für die ganz großen Erfolgsgeschichten, glaubt Schröder. Doch es fehle an Unterstützung, zum Beispiel von der Landesregierung. Deswegen gingen viele weg. Schröder will auf jeden Fall bleiben. Er ist überzeugt: „Wer es in MV schafft, schafft es überall.“

Gerald Kleine Wördemann

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