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Ein Herz für Kollegen: Webasto setzt auf Zufriedenheit

Neubrandenburg Ein Herz für Kollegen: Webasto setzt auf Zufriedenheit

Mitarbeiter in Neubrandenburg profitieren von Gleitzeit und Gesundheitsprogrammen.

Neubrandenburg. Für Webasto in Neubrandenburg wird es eng — im wahrsten Sinne des Wortes. Das Fabrikgelände stößt bereits an eine Bundesstraße und eine Bahnlinie. Seit fast 130 Jahren gibt es an diesem Standort ein Werk. Früher wurden hier Landmaschinen, in den 1960er Jahren Standheizungen für ungarische Busse und sowjetische Lkws hergestellt, etwa 100 000 Stück pro Jahr. Heute sind es zehn Mal so viele. Es ist das größte Werk für Standheizungen weltweit.

„Wir waren schon immer der größte industrielle Arbeitgeber hier“, sagt Geschäftsführer Andreas Dikow. „Wir haben derzeit rund 700 Beschäftigte, und ihre Zahl steigt kontinuierlich.“ Die Standheizungen aus MV erwärmen Autos, Nutzfahrzeuge, Baumaschinen, Schlepper, Kräne und auch die Bahn.

Der Erfolg zeigt sich auch in der Zufriedenheit der Mitarbeiter. Die Abwanderung aus dem Unternehmen ist äußerst gering. „Wir haben ein gutes Miteinander, können unsere Meinung äußern, sind Teil des Ganzen“, sagt Anja Hergt aus der Abteilung Materialbeschaffung. „Das wird hier wirklich gelebt.“

Das Unternehmen versucht auf verschiedenen Wegen, den Mitarbeitern gute Bedingungen zu bieten. Es gibt unter anderem eine Betriebssportgemeinschaft, ein eigenes Restaurant und eine jährliche Gesundheitswoche. „Und wenn jemand länger krank war, hat er hinterher ein Gespräch mit dem Vorgesetzten, ob die Krankheit eventuell betrieblich bedingt war und ob wir beeinflussen können, dass sie nicht wieder ausbricht“, so Dikow.

Außerdem ermöglichen bestimmte Regelungen eine Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Privatleben. „Es gibt zum Beispiel die Vertrauensarbeitszeit“, sagt Hergt. Anderswo nennt man es Gleitzeit: „Ich bin meist gegen acht im Büro — so kann ich vorher in Ruhe meine Kinder in die Kita bringen.“

Macht das Unternehmen gute Gewinne, werden die Kollegen daran beteiligt. 2011 zum Bespiel bekamen sie neben Weihnachts- und Urlaubsgeld fast drei Viertel eines durchschnittlichen Monatseinkommens extra.

Allerdings gibt es auch Kritik. In regelmäßigen Mitarbeiterbefragungen werden Veränderungen angeregt, etwa die Kühlung der Produktionshallen oder die Koordinierung von Mehrarbeitszeiten. Pro Jahr kommen etwa 100 Verbesserungsvorschläge zusammen. „Ich kenne keine andere Firma in der Region, bei der es solche Angebote gibt“, sagt Hergt. „Ich gehe hier freiwillig nicht weg.“

Doch nicht nur zufriedene Kunden und motivierte Mitarbeiter sind wichtig, sondern auch der Umweltschutz. In der Produktion werden Ressourcen so weit wie möglich geschont, etwa bei der Vermeidung von unnötigen Verpackungen, bei Transporten in den Werkhallen und auch auf den Straßen. „Vor Jahren rollten hier 30 Lkws am Tag auf den Hof“, erinnert sich Dikow. „Heute sind es noch etwa zehn, weil wir die Tourpläne verändert haben.“ Auch die Abwärme bei Testen der Heizungen wird genutzt.

 



Dörte Rahming

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