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Ein Pieks gibt vielfachen Schutz

Rostock Ein Pieks gibt vielfachen Schutz

Kombinationsimpfstoffe machen es heutzutage möglich, dass mit nur einer Impfung Schutz vor vielen Kinderkrankheiten gegeben wird. OZ sprach über Notwendigkeit und Nebenwirkungen von Impfungen mit Prof. Dr. med.

Rostock. Christel Hülße, Direktorin des Landesgesundheitsamtes Mecklenburg-Vorpommern.

OZ: Warum ist es wichtig, Kinder impfen zu lassen?

Prof. Hülße: Um ihre Gesundheit zu schützen. Denn die Kinderkrankheiten sind nicht ausgemerzt und nicht zu unterschätzen. Nur wenn über 95 Prozent der Bevölkerung die Abwehrstoffe gegen eine Krankheit in sich tragen, tritt diese Krankheit so gut wie nicht mehr auf. Leider gibt es aber in Deutschland eine Impfmüdigkeit. Gerade gegenwärtig haben wir wieder eine Masern-Epidemie in Bayern in Schulen, die den Impfschutz ablehnen. Leider mit schwersten Verläufen.

OZ: Welche Impfungen sind für Kleinkinder besonders wichtig?

Prof. Hülße: Die erste Impfung sollte im dritten Lebensmonat erfolgen. Dabei handelt es sich um einen sechsfachen Schutz: gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hib (verursacht Hirnhautentzündung) und Hepatitis B. Dieser Basischutz muss dann im zweiten Lebensjahr noch einmal aufgefrischt werden. Wichtig ist auch die zweimalige Dreifachimpfung im zweiten Lebensjahr gegen Masern, Mumps und Röteln. Das sind Erkrankungen, die im frühen Kindesalter auftreten können und durchaus auch schwere Folgen haben können.

OZ: Manche Eltern haben Angst vor den Nebenwirkungen der Impfstoffe. Wie gefährlich sind denn die vorbeugenden Schutzmaßnahmen wirklich?

Prof. Hülße: Die Wahrscheinlichkeit einer schweren Komplikation bei einer Masern-Impfung, also an einer Hirnhautentzündung zu erkranken, liegt

bei 1 : einer Million. Bei einer Erkrankung sind die Relationen 1 : 1000.

OZ: Müssen Kleinstkinder stark unter Impfungen leiden? Was sind normale Impfreaktionen?

Prof. Hülße: Der kleine Pieks ist sicherlich schmerzhaft, aber meist schnell vergessen. Wenn das Kind bei der Impfung zum Stillen angelegt wird, bekommt es den Schmerz noch weniger mit. Als normale Impfreaktionen werden am ersten Tag leichtes Fieber, Unruhe und Trinkschwäche angesehen.

OZ: Wie oft müssen Impfungen aufgefrischt werden?

Prof. Hülße: Das ist je nach Krankheitsschutz sehr unterschiedlich und auch die Empfehlungen der deutschen Impfkommission ändern sich ständig, weil die Forschungen immer neue Erkenntnisse bringen und neue Impfstoffe ermöglichen. Am besten ist es, sich vom Kinderarzt beraten zu lassen. Dieser hat auch die neuesten Impfempfehlungen parat.



Interview: ANETTE PRÖBER

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