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Ein Stück „Aidanova“ sticht in See

Warnemünde Ein Stück „Aidanova“ sticht in See

Das erste von zwei Modulen für den neuen Kreuzliner verließ gestern die Warnemünder Neptun Werft. In Papenburg wird es in das 13. Schiff der Aida-Flotte eingebaut.

Warnemünde. . Strahlender Sonnenschein, kaum Wind. „Besser könnte es nicht sein, das Wetter spielt prima mit.“ Aida-Sprecher Hansjörg Kunze ist bester Laune, als er gestern morgen auf der Warnemünder Neptun Werft in Richtung Kaikante läuft. Das Wetter ist wichtig für die Überführung des ersten Moduls für das neue Kreuzfahrtschiff „Aidanova“ von der Warnemünder Neptun Werft zur Meyer Werft in Papenburg (Niedersachsen). In der Nacht von Donnerstag zu Freitag wird das Herzstück des Schiffes, in dem sich der Maschinenraum mit den vier Motoren befindet, an der Ems erwartet.

Das Besondere: Die Motoren werden mit emissionsarmem und damit umweltfreundlichem Flüssiggas LNG betrieben. Die „Aidanova“ soll als weltweit erstes Kreuzfahrtschiff ausschließlich mit dem „Treibstoff der Zukunft“ unterwegs sein, wie Reederei-Sprecher Kunze sagt.

Noch liegt der Stahlkoloss wuchtig am Ausrüstungskai: 120 Meter lang, 42 Meter breit, drei Decks hoch. In luftiger Höhe verrichten Arbeiter die letzten Handgriffe vor dem Ablegen, die Leinen werden gelöst. Zwei Schlepper halten sich schon bereit. Die niederländische Spezialreederei Kotug Smit hat neben ihrem Schlepper „RT Pioneer“ ein zweites leistungsstarkes „Zugpferd“ gechartert. Mit fünf bis sechs Knoten, also etwa zehn Kilometern pro Stunde, sollen sie die Fracht über Ost- und Nordsee an die Ems bringen. Dann müssen alle von „Bord“, die nicht mit auf die viertägige Reise gehen. Schnell verlassen noch einige Männer über eine steile Metalltreppe, die Stelling, das „Aidanova“-Teil.

Letztes „Manöver“ an Land: Der „Steinadler“, einer der beiden Kaikrane der Werft, hebt die Stelling an, lässt sie landeinwärts schweben. „Die brauchen wir hier noch“, sagt Neptun-Projektleiter Mathias Kopitzki. Im November soll an dieser Stelle das zweite der beiden Schiffsbauch-Teile verabschiedet werden, das die Neptun-Schiffbauer für den 13. Spross der Aida-Flotte liefern.

Daran wird in der Montagehalle derzeit emsig gearbeitet. Der kleinere der beiden Flüssiggas-Tanks ist bereits montiert, die beiden größeren sollen heute eingesetzt werden. Zusammen können die Tanks mehr als 3500 Kubikmeter flüssiges Erdgas aufnehmen. „Genug, um damit zehn bis 14 Tage unterwegs zu sein“, berichtet Aida Cruises-Sprecher Kunze – und würdigt die Arbeit der Werft-Crew. „Da wurde Pionierarbeit geleistet.“ Erstmals sei „mit Sprüh-Isolierung“ gearbeitet worden, erläutert Projektleiter Kopitzki die neue Technologie. Dadurch könne eine höhere Isolierwirkung erreicht werden: Bei minus 164 Grad Celsius lagert der Treibstoff im Schiffsbauch.

Die Schlepper haben ihre Fracht inzwischen vom Werftkai ins Fahrwasser der Warnow gezogen. Zufrieden verfolgt Roman Plagge, wie sich der Schleppzug in Richtung Warnemünder Mole in Bewegung setzt. „Ein schönes Gefühl“, sagt der Warnemünder Betriebsleiter der Caterpillar Motoren GmbH. „Dass das erste LNG-Kreuzfahrtschiff der Welt mit unseren Motoren läuft, das macht schon stolz.“ Auf dem Prüfstand haben die Motoren längst alle Tests bestanden. Auch für sechs weitere Schiffe, die die Aida-Muttergesellschaft Carnival Cruises bei der Meyer-Gruppe bestellt hat, wird Caterpillar die Antriebsmaschinen bauen.

Elke Ehlers

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