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„Ein guter Tag für die Werften“

Wismar/Rostock/Stralsund „Ein guter Tag für die Werften“

Strahlende Gesichter gab es gestern an den drei Werftstandorten Wismar, Warnemünde und Stralsund: Die rund 1400 Mitarbeiter sollen beim Verkauf an den malaysischen ...

Wismar/Rostock/Stralsund. Strahlende Gesichter gab es gestern an den drei Werftstandorten Wismar, Warnemünde und Stralsund: Die rund 1400 Mitarbeiter sollen beim Verkauf an den malaysischen Konzern Genting Hongkong übernommen werden. „Ein guter Tag für die Werften“ — dieser Satz fällt oft. Am frühen Nachmittag wurde die Belegschaft informiert: Genting kauft die Werften und will in den kommenden Jahren in großem Stil Kreuzfahrtschiffe bauen, wie es in den Wochen zuvor bereits durchsickerte. Der Hunger im Konzern sei groß, lässt Genting-Chef Lim Kok Thay wissen. Da der Markt brumme, sei es strategisch konsequent, in eigenen Werften die nötigen Schiffe zu bauen. Mit Wismar, Warnemünde, Stralsund und der Lloyd-Werft in Bremerhaven werde ein starker Verbund aufgestellt, in dem rund 1700 Beschäftigte für die Genting-Kreuzfahrtlinien mindestens in den kommenden zehn Jahren gut zu tun haben werden.

„Die Standorte in Mecklenburg-Vorpommern sind für die Zukunft sicher“, schätzt Ines Scheel, Betriebsrätin in Wismar, ein. Keine Selbstverständlichkeit nach den Stürmen in der Werften-Branche der vergangenen Jahre. Das angeschlagene Unternehmen Nordic Yards hatte sich zuletzt erfolglos um Aufträge bemüht. Die Russlandsanktionen zerstörten letzte Hoffnungen. Umso mehr sei zu würdigen, dass Eigner Witalij Jussufow an den drei Werften festhielt, obwohl er keine neuen Aufträge hatte. „Wir sind ihm Dank und Anerkennung schuldig“, so Scheel.

Durchatmen konnte gestern auch der Betriebsratschef der Volkswerft Stralsund, Jürgen Kräplin: „Es zeichnet sich jetzt eine Perspektive für die Leute ab. Das ist positiv.“ Auch die Oberbürgermeister der drei Städte sind zufrieden mit dem Deal — und danken Jussufow, „der viel Geld in dieses Unternehmen gesteckt hat“. Alexander Badrow (CDU), Stralsund, wünscht sich wieder Schiffbau am Sund und sichere Arbeitsplätze. „Mit Genting verbinden sich neue Hoffnungen auf Aufträge und Arbeit“, erklärt Roland Methling (parteilos), Rostock. Der Konzern sei der Stadt als Betreiber der „Norwegian Cruise Line“ vertraut. Thomas Beyer (SPD), Wismar, erklärt: „Die Werft ist nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber in Wismar, sondern mit ihr identifizieren sich auch viele Bürger.“

Für Daniel Friedrich, Chef der IG Metall Lübeck/Wismar ist wichtig, dass die Spekulationen zu den Werften jetzt aufhören. Er hoffe auf eine faire Verteilung der Aufgaben auf die vier Standorte.

„Wir brauchen gute und sichere Arbeitsplätze in Bremerhaven, Stralsund, Warnemünde und Wismar“, so Friedrich. Dazu gehöre auch, dass das Unternehmen „die Betriebsräte und Gewerkschaftsvertreter in die weiteren Gespräche einbezieht“.

Auch die Landespolitik jubelt: Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sieht „eine einmalige Chance für den Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern“. Denn Global Player Genting bringe die Aufträge gleich mit, die in den Werften umgesetzt werden sollen. Glawe: „Die Werften und Zulieferer stehen jetzt erneut vor der Aufgabe, ihr Know-how beim Bau von hochmodernen Schiffen unter Beweis zu stellen.“

SPD-Fraktionschef Norbert Nieszery erklärt: „Wir brauchen die industriellen Kerne an der Ostseeküste. Ich erwarte, dass Wismar, Warnemünde und Stralsund mit dem neuen Besitzer eine nachhaltige Perspektive im Kreuzfahrtschiffbau erhalten.“ Helmut Holter (Linke) nimmt die Landesregierung in die Pflicht; sie müsse dem neuen Besitzer bei der Umsetzung seiner Pläne jetzt „die erforderliche Unterstützung“ geben.

OZ

Von Frank Pubantz

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