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Eine Sklavin und Freiheitskämpferin auf der 20-Dollar-Note

Washington Eine Sklavin und Freiheitskämpferin auf der 20-Dollar-Note

Seit fast einem Jahrzehnt ist auf der 20-Dollar-Note in den USA ein Mann zu sehen. Er soll Platz für eine schwarze Frau machen. Ein historischer Schritt?

Washington. Zum ersten Mal in der Geschichte der USA soll das Porträt einer schwarzen Frau einen Geldschein zieren. Auf der 20-Dollar-Note wird künftig das Gesicht der Sklavin und Fluchthelferin Harriet Tubman zu sehen sein.

Während viele das als historischen Schritt feierten, kam aus dem konservativen Lager Kritik.

Tubman wurde auf einer Plantage in Maryland geboren und verhalf ab 1850 als Untergrundkämpferin unzähligen anderen Sklaven zur Freiheit. Später engagierte sie sich in der Frauenbewegung. Sie starb am 10. März 1913.

„Das Leben von Harriet Tubman ist eine der großen amerikanischen Geschichten“, sagte Finanzminister Jacob J. Lew. „Es ist eine Geschichte, die amerikanische Werte spiegelt, amerikanische Demokratie, aber auch die Macht eines Einzelnen, etwas in unserer Demokratie zu verändern.“

Seit 1928 ist auf der Note das Antlitz des siebten Präsidenten der USA, Andrew Jackson, abgebildet. Jackson (1829 bis 1837) gilt als Unterdrücker der nordamerikanischen Ureinwohner. Sein Porträt soll auf die Rückseite des Geldscheines weichen.

Der umstrittene republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump kritisierte das. „Andrew Jackson hatte eine großartige Geschichte und ich finde es ziemlich hart, wenn man jemanden einfach von dem Schein nimmt“, sagte er dem Sender NBC. „Ich sage es nicht gern, aber ich denke, das ist reine politische Korrektheit.“

Die Moderatorin Greta Van Susteren vom konservativen Sender Fox News sprach von einer „dummen Entscheidung“. Sie plädierte dafür, eine 25-Dollar-Note zu schaffen und Tubmans Porträt darauf abzubilden. „Aber stattdessen denken manche Menschen nicht nach und schüren grundlos einen Konflikt in unserem Land. Das ist furchtbar und dumm.“

Der Entscheidung des Finanzministeriums war eine monatelange Debatte vorangegangen. Initiativen wie die Grassroots-Kampagne „Women on $20s“, die mit dem Männerclub auf Amerikas Geldscheinen brechen wollten, fordern schon länger, dass endlich wieder eine Frau auf einem Dollar-Schein abgebildet wird.

Die demokratische Senatorin aus New Hampshire, Jeanne Shaheen, initiierte einen Gesetzentwurf und schlug unter anderem Tubman vor. Sie sprach von einem Sieg. „Frauen haben lange genug gewartet“, schrieb sie im Kurznachrichtendienst Twitter.

Die einzigen beiden Frauen, die bisher auf Banknoten verewigt wurden, waren Martha Washington, die Ehefrau des ersten US-Präsidenten, und die Indianerin Pocahontas. Das war im 19. Jahrhundert.

Ursprünglich hatte das Finanzministerium vorgehabt, die 10-Dollar-Note umzugestalten. Doch diese soll weiterhin den amerikanischen Gründervater und Staatsmann Alexander Hamilton zeigen. Seine Geschichte wird derzeit als Hip-Hop-Musical am New Yorker Broadway gezeigt - und das ziemlich erfolgreich. Manche Kommentatoren sehen darin den Grund dafür, dass das Finanzministerium seine Pläne änderte.

Aber auch der 10-Dollar-Schein wird überarbeitet: Auf seine Rückseite kommen die Porträts der Frauenrechtlerinnen Lucretia Mott, Sojourner Truth, Susan B. Anthony, Elizabeth Cady Stanton und Alice Paul.

dpa

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