Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Einigung auf Ostsee-Fangquoten 2018

Mehr Sprotte, weniger Hering Einigung auf Ostsee-Fangquoten 2018

Wie viel Fisch darf ins Netz, wie können die Bestände in der Ostsee bewahrt werden? Gut 20 Stunden lang rangen die zuständigen EU-Minister um eine Antwort. Am Ende steht fest: Vielerorts werden die erlaubten Fangmengen gekürzt.

Voriger Artikel
Export legt im August kräftig zu
Nächster Artikel
Diese Rechte haben Bahnreisende

Erhöht werden hingegen die erlaubten Fangmengen für Hering in der zentralen Ostsee um 20 Prozent und für Sprotte in der gesamten Ostsee um ein Prozent.

Quelle: Jens Büttner

Luxemburg. Deutsche Fischer dürfen im kommenden Jahr deutlich weniger Hering aus der westlichen Ostsee ziehen als noch 2017.

Die dort erlaubte Fangmenge werde um 39 Prozent gesenkt, wie der estnische Minister Siim Kiisler in Luxemburg nach der Entscheidung der zuständigen EU-Minister mitteilte.

Estland hat derzeit den Vorsitz unter den EU-Staaten inne. Die Fangquoten für den für Deutschland ebenfalls wichtigen Dorsch in der westlichen Ostsee bleiben demnach unverändert. Umweltschützer nahmen die Einigung mit gemischten Gefühlen auf.

Beim östlichen Dorsch verständigten sich die Minister nach den rund 20-stündigen Verhandlungen darauf, die erlaubte Fangmenge 2018 um acht Prozent zu senken. Einschränkungen gibt es auch bei Scholle (-10 Prozent) sowie bei Lachs (-5 Prozent) in der gesamten Ostsee. Erhöht werden hingegen die erlaubten Fangmengen für Hering in der zentralen Ostsee um 20 Prozent und für Sprotte in der gesamten Ostsee um ein Prozent.

In jedem Jahr legen die EU-Fischereiminister die sogenannten zulässigen Gesamtfangmengen fest. Die EU-Kommission gibt dafür vorab Empfehlungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Gutachten, in denen der Zustand der einzelnen Bestände untersucht wurde. In den Verhandlungen geht es dann darum, Kompromisse zwischen den Interessen der Fischfangindustrie und dem Schutz der Fischbestände zu finden. In diesem Jahr hatte die EU-Kommission zudem ein Aalfangverbot in der Ostsee gefordert. Dies nahmen die Minister allerdings nicht an. Stattdessen soll beim nächsten Treffen im Dezember nach einer gesamteuropäischen Lösung zum Schutz des Aals gesucht werden.

„Die notwendigen Quotenkürzungen sind schmerzlich für die deutschen Ostseefischer. Aber: Nur gute Bestände sichern langfristig die wirtschaftliche Perspektive der Ostseefischerei“, sagte Bundesminister Christian Schmidt (CSU). „Mit der heutigen Entscheidung leisten wir einen Beitrag zur weiteren Erholung der Bestände und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Ostsee.“

Die Naturschutzorganisation WWF zeigte sich hingegen kritischer. „Die Situation der deutschen Brotfische in der westlichen Ostsee ist besorgniserregend. Bei den hauptsächlich von Deutschland und Dänemark bewirtschafteten Beständen von Dorsch und Hering haben die Minister die Bestandserholung bisher nicht in den Griff bekommen“, sagte WWF-Fischereiexpertin Stella Nemecky. „Die diesjährige Entscheidung ist zwar ein guter Schritt, wird aber das Ziel der Fischereipolitik, bis 2020 gesunde Bestände zu erreichen, verfehlen.“

Mit den Gesamtfangmengen wird bestimmt, wie viel Fisch von einem bestimmten Bestand in einem jeweiligen Jahr gefangen werden darf. Die Gesamtfangmengen werden unter den EU-Staaten dann als nationale Quoten verteilt. Wenn das in einer Quote erlaubte Kontingent ausgeschöpft wurde, darf das jeweilige Land dort vorübergehend keine Fische mehr fangen. Im Dezember wird voraussichtlich über die Fangquoten für die Nordsee und den Atlantik für das kommende Jahr entschieden.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Kampf um die Quote
Bei dem Treffen der EU-Minister für Landwirtschaft und Fischerei in Luxemburg stehen Vorschläge von Brüssel zum Aalfangverbot und den Fischfangquoten in der Ostsee.

Hohe Fangmengen oder sicherer Erhalt der Fischbestände? Bei den Verhandlungen zum EU-Fischfang in der Ostsee gilt es einen Mittelweg zu finden. Ein bestimmter Fisch könnte diesmal noch zusätzlich für Aufregung sorgen.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.