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Wirtschaft Ende der Tricksereien?
Nachrichten Wirtschaft Ende der Tricksereien?
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00:01 18.11.2016

. Autokonzerne täuschen ihre Kunden laut einer Studie des Umweltforscher-Verbunds ICCT immer stärker über den tatsächlichen Spritverbrauch und Ausstoß an klimaschädlichem CO2. Die deutsche Autoindustrie hat nach dem Bekanntwerden neuer starker Abweichungen zwischen Hersteller- und Straßenwerten eine baldige Besserung angekündigt. Dass es grundsätzliche „ärgerliche Unterschiede zwischen Labor- und Straßenwerten“ gebe, sei seit langem klar, hieß es gestern aus dem Verband VDA in Berlin. Die ab 2017 geplanten Straßenmessungen und genaueren Bedingungen für Prüfstandstests würden solche Diskrepanzen verringern. „Der Verbraucher bekommt mehr Verlässlichkeit.“ Man habe sich schon seit Jahren für eine Reform der Messverfahren bei Abgasen und Verbrauch eingesetzt. Die vom Forscherverbund ICCT neu vorgelegten Daten seien zudem „nur bedingt belastbar“: Sie bezögen sich nicht auf eigene Messungen, sondern auf Zweitauswertungen gesammelter Daten von Autofahrern oder Fachpublikationen.

Laut dem ICCT, der im vergangenen Jahr den VW-Skandal um manipulierte Stickoxid-Werte mit aufgedeckt hatte, klaffte zwischen den Verbrauchsangaben im Prospekt und den Erfahrungen der Kunden bei Neufahrzeugen 2015 eine Lücke von durchschnittlich 42 Prozent. Die Hauptursache dieser „Diskrepanz“ sieht Europa-Chef Peter Mock darin, dass die Autokonzerne „immer systematischer Schlupflöcher in der bestehenden Regulierung ausnutzen“. So würden zahlreiche für den Prüfstand verwendete Wagen gezielt für die Testsituation optimiert – etwa mit speziellen Reifen oder einer stärkeren Batterieladung.

Der VDA betonte, etliche Messbedingungen seien inzwischen veraltet, während sich die Technik der Autos stark gewandelt habe. Dies sei auch ein Grund für die Abweichungen. „Auch die individuelle Fahrweise hat einen erheblichen Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch.“

Auch der ADAC pocht auf deutlich schärfere und konsequentere Vorschriften für neue Abgastests. „Die Politik ist gefordert, die Standards der neuen Messverfahren ab 2017 so strikt auszulegen, dass derartige ,Optimierungen’ nicht mehr möglich sind“, erklärte der Autofahrerclub. Den eigenen „Ecotest“ habe man bereits in Richtung realitätsnähere Bedingungen verschärft, betonte der ADAC.

OZ

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