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Eon hält trotz Rekordminus an Dividende fest

Milliarden-Abschreibungen Eon hält trotz Rekordminus an Dividende fest

Der Energieriese Eon hat alte Kraftwerke abgespalten. Hohe Abschreibungen drücken den Konzern nun tief in die roten Zahlen. Geld für die Aktionäre soll es aber trotzdem geben.

Essen. Der Energiekonzern Eon hält trotz Rekordverlust und negativem Eigenkapital an seinen Dividendenplänen fest. „Eine Ausschüttung ist ohne Weiteres machbar“, sagte Finanzvorstand Michael Sen.

Der Konzern sei auf Kurs zu einem um Sondereffekte bereinigten Überschuss in der Mitte der Prognosespanne von 600 Millionen bis einer Milliarde Euro. Die Pläne sehen vor, von diesem Betrag 40 bis 60 Prozent an die Aktionäre auszuschütten. Nach neun Monaten weist der Konzern einen bereinigten Überschuss von 641 Millionen Euro aus, acht Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Indes sind darin gigantische Sonderlasten ausgeklammert. So hinterließ die historische Aufspaltung des Konzerns wieder heftige Spuren in der Bilanz. Unterm Strich kam seit Jahresbeginn ein Verlust von 9,3 Milliarden Euro zusammen, noch einmal 3,6 Milliarden Euro mehr als vor einem Jahr.

Eon musste nach dem Börsengang der einstigen Kraftwerkstochter Uniper im September nun weitere 6,1 Milliarden Euro abschreiben, seit Jahresbeginn sind es zehn Milliarden Euro. Insgesamt belaufen sich die Wertberichtigungen infolge der Konzernaufspaltung nun auf gut 23 Milliarden Euro. Auch im Schlussquartal rechnet Sen mit weiteren Belastungen von über einer Milliarde Euro.

Die Aufspaltung hat viel Eigenkapital vernichtet. Ende September hatte Eon eigene Mittel von 433 Millionen Euro in der Bilanz, Ende 2015 waren es 16,4 Milliarden. Davon entfielen allein 15,5 Milliarden auf Uniper, von denen sich Eon mit der Abspaltung der Mehrheit an der Tochter verabschieden musste. Im Schlussquartal rechnet der Konzern gar damit, sein Eigenkapital ganz aufzubrauchen und in den roten Bereich zu rutschen. Grund sind anstehende Zahlungen an den geplanten staatlichen Atomfonds. Zudem machen Eon die Niedrigzinsen zu schaffen. Die Schulden lagen Ende September bei 23,6 Milliarden Euro.

Eon betonte, dass das erwartete negative Eigenkapital nur nach internationalem Bilanzierungsstandard IFRS zustande komme. Nach deutschem Handelsrecht weise der Konzern weiter ein „deutlich“ positives Eigenkapital auf. Dies ist auch die entscheidende Größe für die Fähigkeit, Dividenden zu zahlen.

Trotz der bedrohlichen Eigenkapital-Lage will Eon die erwarteten Lasten für den staatlichen Fonds möglichst ohne große Kapitalerhöhung stemmen. „Eon hat genügend Finanzierungsspielraum, um die benötigten Mittel zur Verfügung zu stellen“, sagte Sen. „Wir streben an, eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten zu vermeiden.“

Eon rechnet mit einer Zahlung von rund 10 Milliarden Euro für den Atomfonds. Darin enthalten ist eine Risikoprämie von rund zwei Milliarden Euro, für die der Konzern noch keine Rücklagen gebildet hat. Die Entscheidung über den Finanzierungsmix soll erst fallen, wenn es endgültige Klarheit über die tatsächlichen Kosten gibt.

Die Bundesregierung hatte im Oktober den Gesetzentwurf für die Entsorgung des Atommülls auf den Weg gebracht. Demnach soll der Staat den Firmen die Verantwortung für die Atommüll-Endlagerung abnehmen. Dafür müssen sie über 23 Milliarden Euro an einen Staatsfonds überweisen. Für Stilllegung und Abriss bleiben sie verantwortlich.

Um wieder in sicheres Fahrwasser zu kommen, plant Eon ein Sparprogramm. „Wir brauchen noch mehr Kundennähe, müssen schlanker und schneller werden“, schrieb Vorstandschef Johannes Teyssen. Das „Projekt Phoenix“ soll die Kosten um 400 Millionen Euro senken. Was das für die rund 40 000 Arbeitsplätze bei Eon heißt, ließ der Konzern offen. „Unser Ziel ist es, trotz weiterer grundlegender Veränderungen die Zukunft des Unternehmens dauerhaft zu sichern“, erklärte Teyssen.

In den Kerngeschäftsfeldern Ökostrom, Netze und Vertrieb lief es zuletzt recht gut. In den ersten neun Monaten steigerte Eon den operativen Gewinn dort um rund 13 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Im Gesamtkonzern fiel das Ebit dennoch um vier Prozent. Das lag vor allem am Verkauf von Randgeschäften.

dpa

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