Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Eon rechnet mit Milliarden für Atomausstieg
Nachrichten Wirtschaft Eon rechnet mit Milliarden für Atomausstieg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:58 12.05.2016
Anzeige
Essen

Deutschlands größter Energiekonzern Eon richtet sich auf hohe Milliardenausgaben für die Finanzierung des Atomausstiegs ein. Das Unternehmen nannte bei der Vorlage der Quartalszahlen als erster deutscher Atomkonzern eine grobe Schätzung von zehn Milliarden Euro.

In etwa diese Summe müsste Eon in den geplanten Staatsfonds für die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll einzahlen, sagte Eon-Finanzchef Michael Sen. Noch sei in den Gesprächen mit Berlin aber vieles offen. Das Alltagsgeschäft läuft unverändert schlecht. Allerdings gab es im ersten Quartal einen kleinen Lichtblick durch einen Einmalgewinn im Gasgeschäft.

Eine Summe in der genannten Größenordnung bedeute enorme Belastungen, sagte Sen. Als Folge müssten Zukunftsinvestitionen möglicherweise gestreckt werden „oder wir müssen uns anderer Mittel bedienen, um Kapital in das Unternehmen zu holen“. Möglich seien auch „Verkäufe von Randthemen“ im Konzern. Eine Kapitalerhöhung wollte Sen auf Nachfrage ausdrücklich nicht ausschließen.

Das Unternehmen begrüße grundsätzlich die Einigung zum Atomausstieg und wolle die weiteren Verhandlungen auf der Basis des Kommissionsvorschlages führen, betonte der Eon-Finanzchef. Der Konzern dringe dabei aber darauf, neben einem Gesetz zur Finanzierung der Atomlasten auch einen direkten Vertrag mit dem Bund abzuschließen, um mehr Rechtssicherheit zu gewinnen, sagte Sen.

Die Regierungskommission zum Atomausstieg hatte Ende April vorgeschlagen, dass die vier Stromkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW bis 2022 rund 23,3 Milliarden Euro in einen staatlichen Fonds überweisen, der die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll managen soll. Im Gegenzug würde der Staat die Haftung für die Zukunft übernehmen. Anfangs hatten die vier Atomkonzerne die Vorschläge der Kommission noch in gleichlautenden Erklärungen abgelehnt.

Im ersten Quartal konnte Eon dank des Sondergewinns von rund 400 Millionen Euro aus neu verhandelten Lieferverträgen mit dem russischen Gasriesen Gazprom den operativen Gewinn (Ebitda) um acht Prozent auf knapp 3,1 Milliarden Euro steigern. Unter dem Strich stand ein Zuwachs des Überschusses von zehn Prozent auf 1,17 Milliarden Euro.

Ohne den Sondereffekt hätte sich die Talfahrt angesichts des in den ersten Monaten des Jahres noch einmal verschärften Verfalls der Strompreise aber weiter fortgesetzt. So sackte der operative Gewinn der Großkraftwerke um fast 30 Prozent ab.

Am 8. Juni müssen die Aktionäre bei einer Hauptversammlung endgültig über die Aufspaltung des Konzerns entscheiden. Der Hauptkonzern wird sich dann auf Ökostrom, Netze sowie Vertrieb konzentrieren und die deutschen Atomkraftwerke weiter betreiben. Das angeschlagene Geschäft mit den übrigen Großkraftwerken und der Energiehandel sind bereits operativ in der neuen Tochter Uniper abgetrennt, die im Herbst an die Börse gehen soll.

Der Umbau komme wie geplant voran, sagte Finanzchef Sen. Von Investoren gebe es große Zustimmung für den Kurs. Sen bestätigte, dass Eon in einem konzerninternen Deal Uniper für eine Milliarde Euro seine Beteiligung an der Ostseepipeline Nord Stream abgekauft hat. Ziel sei auch gewesen, Uniper mit einer stabilen Kapitalmarktstruktur auszustatten. Über das Geschäft hatte zunächst das „Handelsblatt“ (Mittwoch) berichtet.

dpa

Mehr zum Thema

Gut zwei Euro müssen Mieter durchschnittlich je Quadratmeter auf die Kaltmiete aufschlagen, um die Betriebskosten abzudecken. Für Viele dürfte es 2015 günstiger geworden sein.

09.05.2016

Noch sind die Ölpreise im Langzeit-Vergleich weiterhin niedrig. Eine Brandkatastrophe sorgt nun aber dafür, dass die globale Ölmenge knapper und das „schwarze Gold“ wieder etwas teurer wird.

10.05.2016

Vor fast 71 Jahren fiel die erste Atombombe aus einem US-Bomber auf die japanische Stadt Hiroshima. Barack Obama wird als erster Präsident im Amt die Stätte besuchen. Eine Entschuldigung ist nicht zu erwarten.

11.05.2016

Im dritten Anlauf soll es klappen: Die Deutsche Börse und die Londoner LSE wollen sich zur europäischen Superbörse zusammenschließen. Doch Aktionäre der Frankfurter sind noch skeptisch.

12.05.2016

An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im elektronischen Handel (Xetra) am 11.05.2016 um 13:05 Uhr folgende Kurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.

11.05.2016

Um ein paar Euro zu sparen, umfahren viele Laster Autobahnen und vierspurige Bundesstraßen. Damit soll ab 2018 Schluss sein, denn die Lkw-Maut soll nicht nur dort gelten. Etliche Städte werden aufatmen.

11.05.2016
Anzeige