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Wirtschaft Eon stößt Kraftwerke ab und setzt auf Stromnetze
Nachrichten Wirtschaft Eon stößt Kraftwerke ab und setzt auf Stromnetze
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00:27 11.05.2018

Essen. „Energie war noch nie langweilig – aber heute passiert unglaublich viel“, hat Eon-Chef Johannes Teyssen die Lage auf dem Strommarkt in Deutschland beschrieben. Er selbst hat daran gehörigen Anteil. In nicht einmal vier Jahren hat Teyssen den weit verzweigten Riesen Eon in seine Einzelteile zerlegt und steht jetzt kurz davor, einen Energiekonzern ohne eigene Stromproduktion zu bauen.

Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen Quelle: Foto: Bernd Thissen/dpa

Durch den Deal mit RWE, bei dem die RWE-Tochter Innogy zerschlagen wird, löse sich Eon „als erstes Unternehmen endgültig aus dem Kreis der alten europäischen Energieversorger“, lobte Teyssen sein Konzept bei der Hauptversammlung in Essen. Eon will sich ganz auf die profitablen Energienetze und das Kundengeschäft konzentrieren, an RWE sollen die erneuerbaren Energien gehen.

Viel Kritik bekam Teyssen aus dem Kreis der Aktionäre nicht zu hören. „Der Deal begeistert fast alle“, sagte Thomas Hechtfischer von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Eon sei der „Hauptprofiteur, wenn nicht der Sieger“ des Geschäfts mit RWE. Thomas Deser von der Fondsgesellschaft Union Investment lobte: „Die Erneuerbaren passen nicht mehr ins Risikoprofil der neuen Eon, genauso wenig wie Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke.“

Seit 2010 ist Teyssen Eon-Chef. Für die großen Energiekonzerne in Deutschland war die Welt da noch halbwegs in Ordnung. Jahrzehntelang lebten sie bestens davon, das gesamte Stromgeschäft von der Erzeugung, über die Verteilnetze und den Handel bis zum Vertrieb zu kontrollieren. Doch dann kamen die Atomkatastrophe von Fukushima und die Energiewende. Die Folge: Die Geschäftsmodelle der Versorger erodierten. Bei Eon türmte sich 2016 ein Rekordverlust von rund 16 Milliarden Euro auf.

Teyssen hatte da bereits reagiert und den ersten seiner spektakulären Coups gelandet. Ende 2014 kündigte er überraschend die Aufspaltung von Eon an. Die gesamte konventionelle Stromerzeugung aus Kohle und Gas wurde ausgegliedert und an die Börse gebracht. Eon sollte ergrünen und Strom mit erneuerbaren Energien erzeugen.

Im vergangenen Herbst folgte dann Teil 2 der Teyssen-Revolution: Die Restbeteiligung von knapp 47 Prozent an Uniper, wie die Eon-Abspaltung inzwischen heißt, wurde an den finnischen Fortum-Konzern verkauft. Rund 3,8 Milliarden Euro kann Eon dafür einstreichen. Die Wurzeln von Eon in der konventionellen Stromproduktion hat Teyssen damit endgültig gekappt.

Teyssens Ziel ist ein Konzern, der nichts mehr mit der Stromerzeugung zu tun hat, sondern die Energie nur noch transportiert und an 50 Millionen Kunden in Europa verkauft. Durch den Deal mit RWE bekommt Eon Zugriff auf zusätzliche Verteilnetze in vielen deutschen Regionen und sichere Einnahmen. Rund 80 Prozent der Erträge sollen künftig aus dem vom Staat regulierten Geschäft kommen. Kritikern ist das nicht geheuer. Claus Haffert

OZ

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